Wirtschaft

Women Economic Forum in Turin eröffnet – Studien sehen Einkommenslücke über 40 Prozent

In Turin hat das Women Economic Forum Italy begonnen. Diskutiert wird eine laut Studien über 40 Prozent liegende Lücke bei den erwarteten Erwerbseinkommen von Frauen und Männern in Italien.

In Turin hat am 24. Oktober das Women Economic Forum Italy begonnen. Die dreitägige Konferenz zu Wirtschaft, Arbeit und Gleichstellung stellt den Einkommensabstand zwischen Frauen und Männern in den Mittelpunkt. Nach Angaben der Veranstalter und mehrerer Referenten übersteigen die Unterschiede bei den erwarteten Erwerbs- oder Lebenseinkommen in Italien 40 Prozent. Diese Größenordnung wird auf dem Forum als Ausgangspunkt der Debatte verwendet.

Als Quellen werden unter anderem Auswertungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung genannt. Im Report Pensions at a Glance 2025 verweist die OECD für Italien auf einen besonders hohen Rückstand bei erwarteten Rentenleistungen, der eng mit geringeren Erwerbseinkommen und unterbrochenen Erwerbsbiografien von Frauen zusammenhängt. Partnerorganisationen des Forums wie die Fondazione CRT greifen diese Befunde in begleitenden Unterlagen auf.

Auch nationale Daten belegen strukturelle Unterschiede. Die Ragioneria Generale dello Stato, die beim Ministero dell’Economia e delle Finanze angesiedelt ist, dokumentiert in ihren Berichten, dass Frauen in Italien zwar fast die Hälfte der Steuerpflichtigen stellen, aber insgesamt deutlich geringere Einkommen versteuern. Das spiegelt sich im staatlichen Bilancio di genere wider. Fachleute führen die Lücke vor allem auf höhere Teilzeitquoten bei Frauen, berufliche Segregation, Einkommenseinbußen nach Mutterschaft sowie ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit zurück. Diese Faktoren werden in amtlichen Analysen und Branchenstudien regelmäßig genannt.

Politische Schlussfolgerungen sind bislang offen. Teilnehmende des Forums forderten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mehr bezahlte Kinderbetreuung, gezielte Weiterbildungsprogramme und Transparenzinitiativen in Unternehmen, um Lohn- und Beförderungsunterschiede zu verringern. Wirtschaftsvertreter verwiesen zudem auf mögliche positive Wachstums- und Fiskalwirkungen, falls die Erwerbs- und Einkommenslücke sinkt. Diese Einschätzungen sind Prognosen; konkrete gesetzgeberische Schritte wurden auf dem Forum nicht beschlossen.

Der Auftakt in Turin bringt die Debatte über die wirtschaftliche Gleichstellung in Italien erneut auf die nationale Agenda. Die zentrale Zahl von mehr als 40 Prozent bezieht sich auf erwartete Lebenseinkommen und ist nicht identisch mit der in der Europäischen Union üblichen Messgröße der unbereinigten Lohnlücke pro Stunde. Unabhängig von der Kennzahl verweisen internationale wie nationale Analysen auf einen anhaltenden Handlungsbedarf. Das Forum läuft bis zum 26. Oktober und will Empfehlungen für Politik und Unternehmen zusammenführen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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