Bei Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten ist es am 17. Oktober 2026 in mehreren italienischen Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Den schwersten Einsatz meldete Mailand: Rund um die Piazza Duomo stießen Demonstrierende und vermummte Gruppen mit der Polizei zusammen. Nach übereinstimmenden Angaben von Behörden und Medien wurden etwa 50 Personen festgenommen, Dutzende erlitten Verletzungen. Einsatzkräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Berichtet wurde zudem von demolierten Schaufenstern, angezündeten Müllcontainern und beschädigten Einsatzfahrzeugen.
Auch in Turin kam es zu Ausschreitungen. Ein zunächst friedlicher Zug von Schülerinnen und Schülern sowie jungen Erwachsenen eskalierte in der Innenstadt und im Bereich des Bahnhofs Porta Nuova. Die Polizei sprach von mehreren Festnahmen, darunter vielen Minderjährigen, und mehreren Verletzten, die in Kliniken gebracht wurden. Sichergestellt wurden Pyrotechnik und Wurfgegenstände. Lokale Behörden kündigten Identifizierungen und Ermittlungen an.
In Bologna setzten sich die Spannungen fort. Vor dem Hauptbahnhof kam es am Nachmittag zu Konfrontationen, bei denen die Polizei Tränengas einsetzte. Berichtet wurden Knallkörper, in Italien als „bombe carta“ bezeichnet, sowie Rauchfackeln. Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Der Bürgermeister verurteilte die Gewalt und verlangte die rasche Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung.
Die Mobilisierungen standen unter dem Sammelnamen „Italia in Piazza“. Thematisiert wurden gestiegene Preise, Energie- und Treibstoffkosten sowie soziale Missstände in Bildung und Gesundheitssystem. Polizei und Medien unterschieden zwischen einer Mehrheit friedlicher Teilnehmender und kleineren, gewaltbereiten Gruppen, die die Kundgebungen für Straftaten nutzten. Aussagen von Organisatoren, erste Verlautbarungen der Präfektur und Polizeiberichte weichen im Detail über Verantwortlichkeiten und Auslöser der Zwischenfälle voneinander ab.
Der unmittelbare Schaden lässt sich noch nicht verlässlich bilanzieren. Justizielle und polizeiliche Ermittlungen wurden eingeleitet. Offen ist, welche Anklagen folgen und ob über den Einsatzablauf der Sicherheitskräfte in Mailand, Turin und Bologna dienstrechtliche Prüfungen eingeleitet werden. Politisch dürfte der Druck auf die Regierung zunehmen: Parteien und Verbände streiten über Grenzen der Versammlungsfreiheit, den Umgang mit Jugendgewalt und die Angemessenheit polizeilicher Mittel. Weitere Entscheidungen der Behörden werden in den kommenden Tagen erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).