Die Regione del Veneto hat die Finanzierung einer Progetto di fattibilità tecnico‑economica (PFTE) für eine mobile Barriere gegen den cuneo salino im Unterlauf des Po beschlossen. Nach einer am 8. Juli 2026 veröffentlichten Mitteilung der Regionalregierung in Venedig soll die Studie Voraussetzungen, Varianten, Kostenrahmen und Umweltfolgen eines Bauwerks prüfen, das das Vordringen von Salzwasser in das Flusssystem begrenzen könnte. Konkrete Bauentscheidungen oder Zeitpläne liegen nicht vor.
Die Maßnahme ist in amtlichen Dokumenten der Regionalverwaltung verankert. In einschlägigen Beschlüssen und Veröffentlichungen wird eine „barriera mobile“ als Instrument genannt, das für besonders betroffene Abschnitte im Po-Delta als Option zu untersuchen ist. Ziel ist der Schutz von Trinkwasserfassungen, Bewässerungsnetzen und Produktionsketten im Polesine.
Der cuneo salino entsteht, wenn bei niedrigen Abflüssen und erhöhtem Meeresspiegel salzhaltiges Wasser aus der Adria weit in einen Fluss eindringt. Im Po-Delta trifft dieses Phänomen auf eine sehr niedrig liegende Landschaft mit intensiver Landwirtschaft und empfindlichen Ökosystemen. In Trockenperioden kann der Salzkeil bis weit flussaufwärts reichen und Brunnen, Kanäle und Böden beeinträchtigen. Die Region bündelt seit Jahren Küstenschutz, Flussbau und Wassermanagement, darunter Ripascimento, Instandsetzungen an Sperrwerken und die Prüfung temporärer wie fester Barrieren.
Laut Regionalverwaltung umfasst die PFTE neben der technischen Machbarkeit eine Bewertung der Kosten-Nutzen-Relation, der Umweltverträglichkeit, der hydrologischen Wirkungen und der Betriebsmodelle. Für Genehmigungen kämen je nach Lösung die Regione del Veneto, das Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti sowie lokale Consorzi di Bonifica in Betracht. Die Finanzierung der Studie soll aus regionalen Mitteln und nationalen Programmen im Umfeld des PNRR erfolgen.
Zugeschriebene Einschätzungen: Die Regionalregierung betont, eine mobile Barriere könne die Versorgungssicherheit in Dürrephasen erhöhen und landwirtschaftliche Erträge stabilisieren. Fachverwaltungen verweisen zugleich auf die Notwendigkeit, Bauwerkswirkungen auf Sedimenttransport, Fischwanderung und Schutzgebiete detailliert zu untersuchen.
Prognose und offene Punkte: Konfliktlinien dürften sich um Standortwahl, Eingriffstiefe, ökologische Auflagen und die Verteilung von Investitions- und Betriebskosten zwischen Region, Staat und Nutzergemeinschaften gruppieren. Ungeklärt sind auch Dauerlösungen im Zusammenspiel mit kurzfristigen Notfallbauten und überregionalen Maßnahmen zur Abflusssteuerung. Erst die PFTE wird belastbare Aussagen zu Varianten, Kosten und Umsetzungsfristen ermöglichen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).