Regionen

Venetien: Cunegato verlangt Garantien für Personal und Patienten der Medicine di gruppo

Oppositionspolitiker Carlo Cunegato (Alleanza Verdi e Sinistra) fordert von der Region Veneto klare Übergangsregeln und Beschäftigungssicherheit bei der angekündigten Neuordnung der Medicine di gruppo bis Ende 2026.

Carlo Cunegato, Fraktionsvorsitzender der Alleanza Verdi e Sinistra im Consiglio regionale del Veneto, fordert von der Region Veneto verbindliche Garantien für Beschäftigte und Patientinnen und Patienten der Medicine di gruppo. Mit einer am 18. August im Regionalrat eingereichten Anfrage verlangt er klare Übergangsregeln für die von der Regionalverwaltung angekündigte Neuordnung der Primärversorgung, die das bisherige Modell der Gruppenpraxen bis Ende 2026 ablösen soll.

Cunegato warnt, ohne nahtlose Überführung des Personals in die neuen territorialen Strukturen drohten Lücken in der wohnortnahen Versorgung. Betroffen seien nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch Angestellte, die teils über Kooperativen beschäftigt sind. Als Beispiele nennt er Gemeinden im Vicentino, darunter Piovene Rocchette, Marano Vicentino und Valli del Pasubio. Ziel müsse sein, dass die dort tätigen Teams vor Ort bleiben und die Kontinuität der Betreuung erhalten bleibt. Andernfalls könnten Patientinnen und Patienten verstärkt auf den ärztlichen Notfalldienst ausweichen – eine zusätzliche Belastung für ohnehin geforderte Akutstrukturen, so Cunegato.

Die Medicine di gruppo – in der integrierten Ausprägung häufig mit erweiterten Öffnungszeiten (h12) – gelten in Venetien als zentrales Element der Primärversorgung. Sie koordinieren chronische Verläufe, bündeln Leistungen und erleichtern die Vertretung innerhalb von Netzwerken. In früheren parlamentarischen Initiativen hatte Cunegato finanzielle und organisatorische Fragen adressiert, etwa die Anerkennung von Lohnaufstockungen für nichtärztliches Personal und die rechtssichere Ausgestaltung von Beschäftigungsverhältnissen. Seine aktuelle Intervention knüpft daran an und zielt auf einen rechtlich und finanziell abgesicherten Übergang während der Umbauphase.

Zur konkreten Ausgestaltung der Neuordnung – Umfang, Zeitplan auf Bezirksebene und Kriterien der Personalübernahme – liegen in den einschlägigen Dokumenten bislang nur allgemeine Leitlinien vor. Eine detaillierte Umsetzungsplanung hat die Regionalverwaltung nach derzeitigem Stand nicht veröffentlicht. Auf die aktuelle Anfrage Cunegatos wurde öffentlich noch nicht geantwortet.

Während Unterstützer einer stärkeren Bündelung der Primärversorgung regional einheitlichere Standards erwarten, konzentriert sich die Kritik der Opposition auf mögliche Brüche in der Nähe zur Wohnbevölkerung und auf arbeitsrechtliche Risiken beim Übergang. Offene Streitpunkte sind die Sicherung bestehender Beschäftigungsverhältnisse, die Zuweisung von Ressourcen an die neuen Strukturen und die Garantie, dass in den genannten Gemeinden während der Umstellung keine Versorgungslücken entstehen. Wie die Region Veneto diese Punkte adressiert, ist entscheidend für Akzeptanz und Tempo der Reform – und dafür, ob die Medicine di gruppo als bewährte Andockpunkte der hausärztlichen Versorgung schrittweise oder abrupt in neue Modelle überführt werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk