Piemont

Umweltverbände fordern in Piemont Aussetzung der Jagd

In Piemont haben Umweltorganisationen die Regione Piemonte aufgefordert, Jagdvoröffnungen und Teile der Saison wegen ungewöhnlicher Witterung und fehlender aktueller Daten auszusetzen.

In Piemont haben Umwelt- und Tierschutzverbände die Regione Piemonte am 31. August 2026 aufgefordert, die für Anfang September geplanten Jagdvoröffnungen sowie gegebenenfalls weitere Teile der diesjährigen Saison auszusetzen. Begründet wird der Schritt mit einer ungewöhnlichen Saison: Hitzeperioden, Niederschlagsdefizite und ein erhöhtes Brandrisiko hätten Lebensräume und Wildtiere zusätzlich belastet. Die Initiatoren verlangen, Entscheidungen für das calendario venatorio erst auf Basis aktualisierter Bestandsdaten und vollständiger Übersichten zu von Bränden betroffenen Flächen zu treffen.

Die Verbände verweisen darauf, dass Regionen in Italien die Jagdkalender festlegen und dabei den Zustand der Populationen, die Witterung und den Schutz der Lebensräume berücksichtigen müssen. In Piemont seien jüngste, belastbare faunistische Erhebungen nicht durchgehend veröffentlicht, während die Jagdvoröffnung unmittelbar bevorstehe. Gefordert wird daher eine befristete Suspendierung, bis die Datenlage geprüft und transparent gemacht ist. Eine endgültige Bewertung solle, so die Verbände, nur auf Grundlage von Monitoringberichten und einem aktualisierten Kataster der Brandflächen erfolgen.

Die Giunta regionale hat sich dazu bis Redaktionsschluss nicht öffentlich festgelegt. Aus Regierungskreisen hieß es dem Vernehmen nach, man prüfe die Eingaben der Verbände und die rechtlichen Optionen. Zuständig sind die jeweiligen Fachassessorate, die per Beschluss den Jagdkalender anpassen oder aussetzen können. Ein landesweit einheitlicher Beschluss ist nicht erforderlich; die Entscheidung liegt bei der Regione Piemonte.

Klimatische Befunde aus dem Umfeld der Region stützen die Sorge vor zusätzlichen Belastungen. Die ARPA Piemonte hat in den vergangenen Jahren wiederholt Temperatur- und Niederschlagsanomalien sowie anhaltende Trockenphasen dokumentiert, die Vegetation und Wasserhaushalt beeinträchtigen. Für die laufende Saison verweisen die Umweltverbände auf die Kombination aus Hitze, ausgetrockneten Habitaten und die Erholung nach Bränden als Gründe, Frühjagd auf empfindliche Arten zu vermeiden.

Offen bleibt, ob die Region eine vollständige Aussetzung der Voröffnungen oder eine gezielte Einschränkung in besonders betroffenen Gebieten wählen würde. Die Verbände betonen, es gehe nicht um ein pauschales Jagdverbot, sondern um eine an nachweisbaren Belastungen orientierte Vorsorge. Jägervereine und Reviere könnten sich bei einer geordneten Verschiebung rechtzeitig einstellen; zugleich würde die Region rechtliche Risiken aus fehlerhaften Abwägungen im calendario venatorio mindern.

Ein zeitnaher Beschluss der Regione Piemonte wäre entscheidend, da die Jagdvoröffnungen in den ersten Septembertagen anstehen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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