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Toskana: Weniger Immatrikulationen in Medizin – Hausärzteverband fordert Aufnahmeplan

Florenz und Pisa melden zum Studienstart 2026 rückläufige Immatrikulationen in Medizin. FIMMG Toscana drängt auf ein strukturiertes Aufnahme- und Betreuungsprogramm für Erstsemester.

In der Toskana ist eine Debatte über den Start ins Medizinstudium entbrannt: Nach Berichten der Università di Firenze und der Università di Pisa sind die Immatrikulationen für Medizin zum Ende August 2026 spürbar zurückgegangen. Regionale Medien, darunter La Repubblica Firenze, verweisen auf deutliche Einbußen gegenüber dem Vorjahr. Offizielle Gesamtzahlen legten die Universitäten zunächst nicht vor.

Der Hausärzteverband FIMMG Toscana kritisiert, die zuletzt aufgestockten Studienplätze reichten ohne bessere Begleitung der Studienanfänger nicht aus. Niccolò Biancalani von FIMMG Toscana fordert einen „piano di accoglienza“, also einen Aufnahme- und Betreuungsplan mit klaren Informationsangeboten zum Studienverlauf, leicht zugänglicher psychologischer und pädagogischer Unterstützung sowie Hilfe bei Wohnraum und Prüfungsplanung. Ziel sei es, Studienabbrüche zu vermeiden und die vorhandenen Kapazitäten tatsächlich zu nutzen.

Hintergrund ist eine nationale Reform des Studienstarts: Für das Studienjahr 2026/2027 hat das Ministero dell’Università e della Ricerca die Plätze in Medizin erneut ausgeweitet. Zugleich wird das sogenannte semestre filtro – ein vorgeschaltetes Einführungssemester mit Eignungs- und Orientierungsfunktionen – als Übergangsinstrument erprobt. Nach Einschätzung von Universitätsvertretern und Verbänden haben diese Änderungen, die hohe Prüfungsdichte sowie finanzielle und organisatorische Hürden die Entscheidung vieler Bewerber beeinflusst.

In der Toskana verweisen Hochschulen und Ärzte auf zwei Handlungsfelder. Kurzfristig gehe es darum, die Studienqualität zu sichern und Erstsemester zu entlasten, damit die Studienerfolgsquoten steigen. Mittel- bis langfristig müsse die Personalplanung im Gesundheitswesen stabilisiert werden, zumal der Bedarf an Allgemeinmedizinern und Klinikärzten wächst. Ohne koordinierte Maßnahmen zwischen Universitäten und der Regione Toscana drohten längere Studienzeiten, mehr Abbrüche und eine ineffiziente Nutzung der ausgebauten Studienplatzkontingente.

FIMMG Toscana schlägt vor, dass Universitäten in Florenz und Pisa bereits vor Studienbeginn verbindliche Orientierungsmodule anbieten und während des semestre filtro engmaschig betreuen. Ergänzend brauche es eine abgestimmte Wohnraumberatung und transparente Kosteninformationen. Die Verbandsvertreter betonen, ein besser strukturierter Einstieg erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende im System bleiben und später dort arbeiten, wo der Bedarf am größten ist. Vertreter der Universitäten signalisierten Gesprächsbereitschaft; konkrete Beschlüsse wurden bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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