Toskana

Toskana: Verbände fordern wegen Hitze und Bränden Verschiebung des Jagdbeginns auf Oktober

Umwelt- und Tierschutzverbände appellieren an die Regionalregierung der Toskana, den Jagdkalender angesichts anhaltender Hitzewellen, Dürre und Waldbrände auf Oktober zu verlegen.

Am 18. August haben Umwelt- und Tierschutzverbände in der Toskana die Regionalregierung aufgefordert, den Beginn der Jagdsaison auf Oktober zu verschieben. Begründet wird der Vorstoß mit anhaltenden Hitzewellen, Dürre und Waldbränden, die Wildtiere und Lebensräume in der Region zusätzlich belasten. Laut Corriere di Arezzo warnen die Initiativen, dass ein regulärer Jagdbetrieb die ohnehin geschwächten Bestände weiter unter Druck setzen könnte.

Die Verbände verweisen auf reduzierte Wasser- und Nahrungsressourcen in weiten Landesteilen, erhöhtes Sterberisiko durch Brände sowie Hitzestress. Jagdliche Störungen in dieser Phase würden die Erholungschancen verschlechtern, insbesondere für Arten in dürrebetroffenen Habitaten und in Feuchtgebieten. Eine zeitlich befristete Verlegung des Jagdbeginns auf Oktober solle den sensibelsten Beständen eine Schonfrist geben und die Phase mit den höchsten Temperaturen überbrücken.

In Italien legen die Regionen die jährlichen Jagdkalender fest. Die Regionalregierung der Toskana kann auf außergewöhnliche Wetter- und Brandlagen reagieren und Vorsorgemaßnahmen beschließen. Als fachliche Referenz dient häufig das staatliche Forschungsinstitut ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale). In Fachhinweisen hat ISPRA darauf aufmerksam gemacht, dass nach großflächigen Bränden und in ausgeprägten Trockenphasen eine Verzögerung jagdlicher Entnahmen helfen kann, geschwächte Populationen und Feuchtgebiete zu entlasten. Ob und in welchem Umfang die toskanischen Vorgaben angepasst werden, ist eine Entscheidung der Regionalbehörden.

Die aktuellen Appelle richten sich daher auf ein einheitliches, zeitlich begrenztes Vorgehen der Toskana, um Vollzug und Kontrolle zu erleichtern. In mehreren Landesteilen werden derzeit hohe Temperaturen und eine erhöhte Waldbrandgefahr gemeldet; in der Provinz Arezzo und anderen toskanischen Gebieten waren Feuerwehren zuletzt wiederholt im Einsatz. Die Verbände argumentieren, dass ein Aufschub kurzfristig wirksam sei und sich nahtlos in bereits bestehende Schutz- und Präventionsmaßnahmen einfüge.

Ein solcher Schritt hätte unterschiedliche Folgen: Er würde den unmittelbaren Druck auf besonders betroffene Arten senken, könnte aber Konflikte mit Jagdinteressen auslösen und wirtschaftliche Erwartungen im ländlichen Raum tangieren. Für die Beurteilung verweisen die Initiativen auf aktuelle Umweltindikatoren wie die Entwicklung der Brandflächen, die Verfügbarkeit von Wasser in Feuchtgebieten und ökologische Feldbeobachtungen. Eine Entscheidung der Regionalregierung der Toskana steht noch aus.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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