Aktuell

Tassinari drängt Emilia-Romagna zu Pflegereform nach Vorbildern aus Piemont und Venetien

Am 31. August 2026 forderte Rosaria Tassinari die Regionalregierung in Bologna auf, das RSA-System zu modernisieren und die häusliche Pflege zu stärken.

Forlì / Bologna, 31. August 2026 – Rosaria Tassinari, Abgeordnete der Forza Italia aus der Romagna, hat die Regionalregierung der Emilia-Romagna aufgefordert, das System der Residenze sanitarie assistenziali grundlegend zu erneuern. In einer Stellungnahme, die vom Portal Sestopotere verbreitet wurde, verwies sie auf aktuelle Initiativen in Piemonte und Veneto und mahnte, die Region dürfe „nicht bei alten Modellen stehen bleiben“.

Als Bezug nannte Tassinari die in den vergangenen Wochen geführten Debatten in Piemonte über Kapazitäten, Wartelisten und Investitionen in konventionierte Pflegeplätze. Dort drängt Regionalpräsident Alberto Cirio laut Berichten auf zusätzliche Mittel und eine Anpassung des Angebots an den demografischen Wandel. Auch in Veneto hat die Region Maßnahmen zur Stärkung der Versorgung zu Hause und zu Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige vorgestellt. Diese Linien sieht Tassinari als Vorbild für eine Reform in Emilia-Romagna.

Die Regione Emilia-Romagna hat am 3. Juli 2026 ihr Piano attuativo regionale zur Betreuung älterer Menschen aktualisiert. Der Plan betont die häusliche Pflege als vorrangigen Ort der Versorgung, verweist auf die Rolle der Case della Comunità und bündelt Mittel aus dem Fonds für nicht selbständige Personen. Damit sind strategische Leitlinien formuliert; offen bleibt aus Sicht der Opposition, in welchem Tempo und mit welchen zusätzlichen Ressourcen sie umgesetzt werden.

Tassinari verbindet ihre Kritik mit drei Forderungen: Erstens sollen Programme zur häuslichen Pflege priorisiert und flächendeckend ausgebaut werden. Zweitens brauche es klare Zeitpläne und Finanzierungen für die Modernisierung bestehender Residenze sanitarie assistenziali. Drittens verlangt sie mehr Unterstützung für Angehörige, die Pflege leisten. Ihre Aussagen zielen auf einen Wettbewerb der Modelle zwischen den Regionen, in dem – so Tassinari – Piemonte und Veneto derzeit Tempo vorgäben.

Tatsächlich unterscheiden sich die regionalen Systeme vor allem bei Finanzierung, Tarifstrukturen und verfügbaren Plätzen. In Piemonte wurden 2026 wiederholt lange Wartelisten und zusätzlicher Budgetbedarf thematisiert, während in Veneto Instrumente zur Steuerung der Zugänge und zur Entlastung der Familien betont wurden. Die Politik in Emilia-Romagna muss nun entscheiden, ob der jüngst erneuerte Plan durch weitere Mittel, Personalplanung und messbare Zielmarken unterlegt wird.

Die am 31. August öffentlich gemachte Intervention markiert keinen formellen Beschluss, sondern eine politisch zugeschriebene Aufforderung der Opposition. Ob daraus konkrete Gesetzes- oder Budgetinitiativen folgen, hängt von der Agenda der Regionalregierung in Bologna und den Verhandlungen im Herbst ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk