Gesellschaft

Istat: Italiens Bevölkerung könnte bis 2080 um über 13 Millionen sinken

Istat hat am 31. August 2026 neue Bevölkerungsprojektionen vorgelegt. Im mittleren Szenario würde die Einwohnerzahl Italiens bis 2080 auf rund 45,8 Millionen fallen – ein Minus von etwa 13,1 Millionen.

Das nationale Statistikamt Istat hat am 31. August 2026 aktualisierte Bevölkerungsprojektionen (Basis 1. Januar 2025) veröffentlicht. Im mittleren Szenario sinkt die Einwohnerzahl Italiens demnach bis 2080 auf etwa 45,8 Millionen Menschen. Das entspräche einem Rückgang um rund 13,1 Millionen gegenüber dem jüngsten Ausgangsbestand. Die Agentur ANSA fasst die Befunde übereinstimmend zusammen.

Die Projektion stützt sich auf die Istat-Veröffentlichung „Previsioni della popolazione residente e delle famiglie – Base 1/1/2025“ samt technischem Bericht. Sie kombiniert Annahmen zu Geburten, Sterblichkeit und Migration. Istat beschreibt einen schrittweisen Verlauf: zunächst moderat sinkende Bestände bis 2030, deutlicherer Rückgang bis 2050 und eine weitere Verringerung bis 2080. Zugleich betont das Institut Unsicherheiten. Für 2080 reicht das 90-Prozent-Intervall von deutlich höheren bis deutlich niedrigeren Bevölkerungsständen; im günstigeren Fall wäre der Rückgang begrenzt, im ungünstigeren Fall größer als im mittleren Pfad. Konkrete Bandbreiten nennt Istat im Bericht, sie hängen wesentlich von Fruchtbarkeits- und Wanderungsannahmen ab.

Räumlich verläuft die Schrumpfung ungleich: Istat verweist auf stärkere Belastungen in Binnen- und ländlichen Räumen, insbesondere im Mezzogiorno. Einige städtische Zentren dürften demnach kurzfristig widerstandsfähiger sein, bevor auch dort der demografische Druck zunimmt. Parallel altert die Bevölkerung: Der Anteil älterer Menschen steigt deutlich, was Abhängigkeiten, Pflegebedarf und Ausgaben für Renten- und Gesundheitssysteme strukturell erhöht. Gegenüber den vorangegangenen Projektionen (Basis 1/1/2024) bestätigt Istat damit den bereits skizzierten Trend einer lang anhaltenden Schrumpfung und Alterung; die neue Basis integriert die zuletzt verfügbaren demografischen Jahresdaten und aktualisierte Annahmen.

Ökonomische Folgen sind absehbar, werden aber in der Projektion nicht bewertet. Forschungsinstitute und Verbände hatten bereits vor dem neuen Istat-Bericht auf Risiken für das Arbeitskräfteangebot, potenziellen Druck auf das Bruttoinlandsprodukt und auf die öffentlichen Finanzen hingewiesen. Mit den nun vorgelegten Zahlen liefert Istat belastbare Anhaltspunkte für die Planung. In der Praxis dienen solche Szenarien Ressorts und nachgeordneten Behörden als Referenz für mittelfristige Finanz- und Personalplanungen, den Regionen für die Dimensionierung des Gesundheitswesens und den Kommunen etwa für Pflege-, Schul- und Verkehrsangebote. Als politische Stellschrauben gelten Familienpolitik, eine gesteuerte Zuwanderung, Erwerbsbeteiligung und Produktivität sowie gezielte Investitionen in von Abwanderung betroffene Regionen.

Istat unterstreicht, dass Projektionen keine Vorhersagen sind, sondern Szenarien unter klar definierten Annahmen. Abweichungen sind möglich, wenn sich Wirtschaftslage, Lebensentwürfe, gesundheitliche Rahmenbedingungen oder internationale Wanderungsbewegungen anders entwickeln als derzeit unterstellt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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