Italien bleibt laut aktuellen Monitoringdaten insgesamt blutversorgt. Zugleich sind im Sommer 2026 in mehreren Regionen kurzfristige Engpässe aufgetreten, die planbare Eingriffe punktuell verzögerten und Umverteilungen zwischen Krankenhäusern erforderlich machten. Darauf verweisen Auswertungen des Centro Nazionale Sangue, das die Bestände und Abgaben roter Blutkonserven sowie von Plasma über das nationale System SISTRA fortlaufend erfasst.
Die jüngsten Übersichten für Juni und Juli 2026 zeigen schwankende Tagesverfügbarkeiten mit deutlichen regionalen Unterschieden. Besonders genannt wurde Lazio: Dort meldeten die zuständigen Stellen im Juni ein jährliches Defizit im vierstelligen Bereich, in Berichten war von rund 16.000 fehlenden Einheiten die Rede. Nach Angaben aus der Region und übereinstimmenden Medienberichten, darunter RaiNews, wurde ein Teil davon durch Umlagerungen aus anderen Landesteilen gedeckt. Ursachen, die von Behörden und Verbänden genannt werden, sind die Ferienzeit mit weniger verfügbaren Spenderinnen und Spendern, wetterbedingte Ausfälle von Terminen, organisatorische Schließzeiten sowie ein steigender Bedarf an plasmabasierten Therapien.
Das Ministero della Salute startete Mitte Juni eine landesweite Informationskampagne unter dem Motto „Donare è l’azione più bella“, um die Spendenfrequenz vor und während der Ferien zu stabilisieren. Beteiligt sind große Spendeorganisationen wie AVIS, Croce Rossa Italiana, FIDAS und FRATRES. Parallel passten Kliniken laut Verantwortlichen ihre Abläufe an: planbare Eingriffe wurden priorisiert, regionale Verteilungssysteme aktiviert und Apherese-Termine für Plasma und Thrombozyten ausgeweitet.
Die verfügbaren Verbandsberichte für Juni und Juli 2026 stützen dieses Bild. AVIS dokumentiert für beide Monate Veränderungen bei der Sammlung roter Blutkonserven und von Plasma, die mit den SISTRA-Daten korrespondieren. Von einer übergreifenden Versorgungskrise ist dennoch nicht die Rede: Auf nationaler Ebene bleibt die Deckung nach Angaben des Centro Nazionale Sangue gewährleistet; temporäre Engpässe werden durch Umverteilungen und gezielte Spendenaufrufe in der Regel ausgeglichen.
Aus Sicht der Fachleute bleibt die Lage damit „angespannt, aber beherrschbar“. Empfohlen werden eine frühzeitigere Terminsteuerung vor Ferien und Hitzeperioden, der stärkere Einsatz von Apherese zur flexiblen Komponentenversorgung und der Aufbau regionaler Reservepuffer. Entscheidend sei, dass die saisonalen Dellen im Spendenaufkommen rasch kompensiert werden, damit Notfall- und Onkologiepatientinnen und -patienten, komplexe Operationen sowie die Versorgung mit Plasmaprodukten kontinuierlich gesichert bleiben.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).