Die Regionalregierung der Region Sizilien hat Ende August 2026 ein Paket zur Stärkung der Kinderimpfungen beschlossen. Per Dekreten und Dienstanweisungen vom 24. und 25. August wurden die Impfstellen angewiesen, montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr zu öffnen und in festgelegten Fällen einen Direktzugang ohne vorherige Terminvergabe zu ermöglichen. Anlass sind im August gemeldete Vorkommnisse, darunter ein bestätigter Diphtherie-Fall in Palermo, sowie anhaltend zu niedrige Impfquoten bei Kleinkindern.
Der Regionalminister für Gesundheit, Marcello Caruso, kündigte an, die sieben Aziende Sanitarie Provinciali (ASP) hätten den Impfstoffbestand zu sichern, bei Bedarf zuvor geschlossene Zentren wiederzueröffnen und Personal flexibel einzusetzen. Bereits geplante oder bestehende Strukturen in den Casa della Comunità sollen als wohnortnahe Impf-Hubs genutzt oder ausgebaut werden. Parallel richtet die Region eine Taskforce ein, die mögliche Diphtherie-Cluster überwacht und Prävention koordiniert.
Inhaltlich setzt die Anordnung Schwerpunkte auf frühe Altersgruppen, insbesondere 0 bis 24 Monate, sowie auf das zügige Nachholen verpasster Termine. Die ASP sollen Eltern gezielt anschreiben und – wo erforderlich – „richiami d’ufficio“ prüfen, also verwaltungsseitige Aufforderungen zur Nachholung von Pflicht- oder empfohlenen Impfungen. Formelle Schritte bei fortgesetzter Verweigerung wurden als Option benannt, deren rechtliche Ausgestaltung die ASP im Einzelfall prüfen sollen. Zuvor hatte die Regionalverwaltung den Tod eines nicht geimpften Mädchens in Palermo öffentlich beklagt.
Die Regionalregierung begründet die Ausweitung der Öffnungszeiten und die Lockerung der Terminpflicht mit der besseren Erreichbarkeit für Familien. Zugleich verweist sie auf operative Hürden: Die Umsetzung erfordert zusätzliche Dienstpläne, stabile Lieferketten und ein enges Monitoring der Nachfrage in den Provinzen. Erste Bezirksverwaltungen hatten bereits im Frühjahr und Sommer mit offenen Tagen und Direktzugang experimentiert; diese Erfahrungen fließen laut Region nun in eine landesweit einheitliche Vorgehensweise ein.
Die Maßnahmen gelten für das gesamte Gebiet der Region Sizilien. Sie sind unmittelbar wirksam und setzen auf die zügige Umsetzung durch die ASP sowie auf die Annahme durch Eltern und Kinderärzte. Die Region kündigte an, die Wirkung anhand der erreichten Impfquoten und der gemeldeten Diphtherie-Fälle zu evaluieren und bei Bedarf nachzusteuern.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).