Politik

Rom würdigt Emma Bonino mit einer laizistischen Staatsfeier

In Rom hat Italien Emma Bonino mit einer laizistischen Staatsfeier im Campidoglio geehrt. Staatspräsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nahmen teil.

Italien hat Emma Bonino in Rom mit einer laizistischen Staatsfeier geehrt. Der Staatsakt fand am 15. September 2026 in der Protomoteca des Campidoglio statt und folgte auf Boninos Tod am 11. September im Alter von 78 Jahren. Bereits am 13. September war im Campidoglio eine camera ardente eröffnet worden, die Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern der Institutionen Gelegenheit zum Abschied gab.

Sergio Mattarella, der Präsident der Republik, würdigte in seiner Ansprache Boninos jahrzehntelanges Engagement für Menschenrechte, Frauenrechte und die europäische Integration. Auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die Spitzen der Parlamentskammern nahmen an der Zeremonie teil. Nach Angaben des Quirinale spiegelte die Entscheidung für „esequie di Stato“ den parteiübergreifenden Respekt vor einer Politikerin, deren Wirken italienische und europäische Debatten geprägt habe.

Emma Bonino gehörte über Jahrzehnte zu den profilierten liberalen Stimmen Italiens. Sie war Abgeordnete, Europaabgeordnete, EU-Kommissarin und Ministerin, unter anderem Außenministerin. In ihrer politischen Arbeit setzte sie markante Akzente: gegen die Todesstrafe, für den Zugang zu reproduktiven Rechten und für den Ausbau internationaler Rechtsinstrumente wie eines Strafgerichtshofs für Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Themen wurden in den offiziellen Ansprachen ausdrücklich aufgegriffen und als bleibender Teil ihres Vermächtnisses bezeichnet.

Die öffentliche Anteilnahme war groß. Beim Transport des Sarges durch Rom kam es zu Applaus; vor dem Campidoglio versammelten sich Trauernde. Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft – darunter Mitglieder der Vereinigung Luca Coscioni – erinnerten an Boninos Rolle bei Kampagnen und Gesetzesinitiativen, die gesellschaftliche Reformen anstießen. Solche Würdigungen sind Zuschreibungen der Rednerinnen und Redner; sie ordnen Boninos Wirken in die italienische Nachkriegsgeschichte ein, ohne dass die Zeremonie selbst programmatische Beschlüsse enthielt.

Die Terminfolge – camera ardente am 13. September und Staatsfeier am 15. September – wurde von den zuständigen Behörden bekanntgegeben und von führenden italienischen Medien dokumentiert. Mit der laizistischen Form der „esequie di Stato“ knüpfte der Staat an frühere säkulare Gedenkakte an und betonte den institutionellen Charakter des Abschieds. Für die kommenden Tage sind keine weiteren offiziellen Zeremonien angekündigt; politische und zivilgesellschaftliche Debatten über Boninos Erbe dürften jedoch anhalten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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