Piemont

Piemont: Neuer Appell für Zulagen – Berggemeinden klagen über fehlende Haus- und Kinderärzte

Kommunalvertreter und Uncem fordern die Regione Piemonte auf, zugesagte Anreize für Mediziner in Berglagen rasch freizugeben. In Susa und Oulx bleiben Praxen unbesetzt.

Kommunen in den piemontesischen Alpen und der Verbund der Berggemeinden Uncem haben die Regione Piemonte zu einer schnellen Freigabe der vorgesehenen finanziellen Anreize für Ärztinnen und Ärzte in Randlagen aufgefordert. Nach übereinstimmenden Berichten regionaler Medien und Stellungnahmen von Bürgermeistern verschärft sich der Mangel an Hausärzten und Kinderärzten in mehreren Tälern; unbesetzte Praxen und auslaufende Vertretungen bedrohen die wohnortnahe Versorgung.

Als besonders angespannt werden Fälle in Susa und Oulx genannt, wo Kinderärzte fehlen und Eltern auf weiter entfernte Standorte ausweichen müssen. Aus Sicht der Kommunen stockt die Umsetzung bereits angekündigter Zulagen, die Mediziner für eine Niederlassung in Berggemeinden gewinnen sollen. Uncem und Bürgermeister richten ihren Appell an die Giunta regionale in Turin und verlangen verbindliche Fristen, klare Kriterien und beschleunigte Ausschreibungen für freie Sitze der Hausärzte (medici di medicina generale) und der Kinderärzte (pediatri di libera scelta).

Die Regione Piemonte hat in den vergangenen Jahren Förderinstrumente für Personal in strukturschwachen Gebieten aufgelegt, darunter Zuschläge für Tätigkeiten in kleinen Gemeinden und Berglagen sowie Ergänzungen des Fonds für Kinderärzte. Der Consiglio delle Autonomie Locali hatte entsprechende Maßnahmen unterstützt. Diese amtlichen Beschlüsse belegen, dass finanzielle Instrumente existieren; sie sagen jedoch nichts über den aktuellen Umsetzungsstand in einzelnen Versorgungsgebieten aus. Mehrere Bürgermeister kritisieren, in ihren ASL kämen die Mittel noch nicht an oder Ausschreibungen zögen sich hin.

Die Folgen der Lücken in der Primärversorgung sind absehbar: längere Wege zu Arztpraxen, Verzögerungen bei Vorsorgeuntersuchungen, steigender Druck auf Notaufnahmen und ambulanter Bereitschaftsdienst. Einige lokale ASL versuchen mit befristeten Vertretungen und zusätzlichen Ambulatorien gegenzusteuern; das gilt den Kommunen aber nur als Überbrückung, solange dauerhafte Lösungen fehlen.

Während die Kommunen rasches Handeln verlangen, verweisen ärztliche Verbände auf strukturelle Ursachen: sinkende Zahl von Hausärzten mit Kassensitz, unattraktive Arbeitsbedingungen in entlegenen Gebieten und ein hoher Altersdurchschnitt in der Primärversorgung. Aus kommunaler Sicht können zielgenaue Zulagen, praxisnahe Arbeitsmodelle und planbare Ausschreibungen dennoch kurzfristig Wirkung entfalten. Gelingt es der Giunta regionale nicht, die Umsetzung zügig zu klären, rechnen Kommunen und Uncem mit einer weiteren Verschärfung der Engpässe in den kommenden Monaten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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