Das Istituto Superiore di Sanità hat am 24. August mitgeteilt, dass eine bei einer vierjährigen Verstorbenen in Palermo entnommene Probe positiv auf Corynebacterium diphtheriae war. Das Kind war am 20. August in einem Krankenhaus der Stadt gestorben. Die Gesundheitsbehörden in Sizilien und das Istituto Superiore di Sanità klären, ob es sich um eine Diphtherie‑Erkrankung im engeren Sinne handelt; entscheidend ist hierfür unter anderem der Nachweis der Toxinproduktion. Offiziell gemeldete weitere Fälle liegen derzeit nicht vor.
Laut lokalen Berichten war das Mädchen nicht gegen Diphtherie geimpft. Die regionale Gesundheitsverwaltung koordiniert die epidemiologische Untersuchung, einschließlich Kontaktverfolgung und gegebenenfalls Postexpositionsmaßnahmen. Das Ministero della Salute erinnert an die Meldepflicht für schwere übertragbare Krankheiten und an die Rolle der Präventionsdienste in den Territorien.
Medizinisch ist zwischen dem labordiagnostischen Nachweis des Erregers und der klinischen Diphtherie zu unterscheiden. Diphtherie bezeichnet die durch Toxin vermittelte Erkrankung, die bei respiratorischer Manifestation zu Pseudomembranen, schwerer Atemwegsobstruktion und Komplikationen bis zum Tod führen kann. Ein positiver Erregernachweis allein belegt diese Krankheitskonstellation nicht. Die Behörden haben angekündigt, Laborcharakteristika und klinische Befunde zu präzisieren.
Der Fall rückt die DTP‑Impfungen in den Mittelpunkt. Italien erreicht im Kindesalter im Schnitt hohe Durchimpfungsraten, weist jedoch regionale Unterschiede auf. Öffentliche Gesundheitsdienste und Kommunen sind gefordert, Impflücken gezielt zu identifizieren und nachzuholen, insbesondere bei Kleinkindern. Fachgesellschaften und das Ministero della Salute verweisen auf den langjährigen Schutz der Bevölkerung durch die Grundimmunisierung und Auffrischungen gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis.
Im europäischen Kontext bewertet das ECDC das Risiko großflächiger Ausbrüche weiterhin als gering, solange die Impfquoten stabil bleiben. Gleichwohl sind sporadische Fälle, importierte Erregerlinien oder Cluster möglich. Entsprechend betonen nationale und regionale Stellen die Bedeutung einer raschen Falldetektion, der zeitnahen Meldung an das Meldesystem und einer strukturierten Kommunikation mit Kliniken und Familien.
Gesichert ist derzeit: Tod des Kindes am 20. August in Palermo; Nachweis von Corynebacterium diphtheriae aus einer Probe; laufende Abklärung zur Toxinbildung und damit zur Diagnose einer Diphtherie im engeren Sinne; keine bestätigten Sekundärfälle. Ungeklärt bleiben Infektionsquelle, Umfang potenzieller Expositionen und Details der Laborcharakterisierung. Weitere amtliche Mitteilungen von Istituto Superiore di Sanità und Ministero della Salute werden erwartet.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).