Wirtschaft

Mazzotta drängt in Cernobbio auf mehr Forschung und Ausbildung in Italien

Auf dem Forum Ambrosetti hat Biagio Mazzotta von Fincantieri zu höheren Investitionen in Forschung, Ausbildung und industrielle Modernisierung aufgerufen, um Italiens Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Cernobbio, 4. September 2026 — Biagio Mazzotta von Fincantieri hat auf dem Forum Ambrosetti für deutlich höhere Investitionen in Forschung, Ausbildung und die Modernisierung industrieller Wertschöpfungsketten geworben. Innovation und qualifizierte Fachkräfte seien zentrale Voraussetzungen, damit Italien in einem von technologischem Wandel und geopolitischem Druck geprägten Umfeld wettbewerbsfähig bleibe, sagte er in Cernobbio.

Mazzotta ordnete seine Forderung ausdrücklich in den aktuellen Kontext ein: Industriepolitische Leitplanken müssten die Konsolidierung der Basisindustrie, den Wissenstransfer und die schnelle Diffusion neuer Technologien ermöglichen. Große Industrieunternehmen spielten dabei eine Rolle als Integratoren von Technologie, Zulieferketten und Ausbildungsnetzwerken, die regional Wertschöpfung und Beschäftigung erzeugen. Seine Aussagen bezog er auf Italien insgesamt, ohne einzelne Maßnahmen zu beziffern.

Als unternehmensnahen Bezugspunkt nannte Mazzotta den Industrieplan 2026–2030 von Fincantieri. Der Plan verankert Forschung, Nachhaltigkeit und Qualifizierung als Kernelemente und sieht vor, die Produktionskapazitäten in nationalen Werken zu stärken. Diese Ziele entsprechen überprüfbaren industriellen Handlungsfeldern und setzen öffentliche Förderung, Kooperationen mit Hochschulen und berufsbildenden Einrichtungen sowie Investitionen in Energie- und Logistikinfrastruktur voraus.

Politisch berührt Mazzottas Appell laufende Debatten in Italien: die Ausgestaltung von Forschungs- und Entwicklungsförderung, die Wirksamkeit der beruflichen Bildung und die Rahmenbedingungen für Investitionen in Stromnetze, Häfen und Transportkorridore. Maßnahmen wie der Ausbau regionaler Kompetenzzentren, besser finanzierte berufsbildende Schulen und Anreize für digitale und grüne Transformation lassen sich an den genannten Prioritäten ausrichten. Ob und in welchem Tempo solche Programme wirken, ist eine Frage der konkreten Ausgestaltung und Finanzierung; belastbare Wirkungsabschätzungen lagen in Cernobbio nicht vor und blieben insoweit zugeschriebene Erwartungen.

Der Auftritt in Cernobbio fügt sich in eine breitere industriepolitische Diskussion, die in Italien an Dringlichkeit gewinnt. Die Schiffbauindustrie gilt als Leitsektor mit langen Zulieferketten und hoher Technologieintensität. Branchenverband Assonave hatte bereits zuvor die Stärkung von Ausbildung und Kompetenzen als Priorität markiert. Der Umsetzungserfolg wird davon abhängen, wie eng Industrie, Bildungswesen und Staat zusammenarbeiten und ob Programme mit klaren Zielen, Zeitplänen und Budgets hinterlegt werden. Das Forum Ambrosetti bietet dafür den Rahmen, Positionen zu bündeln; Entscheidungen liegen bei Regierung, Parlament und zuständigen Ministerien.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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