Wirtschaft

Mattarella warnt: Ohne friedliches Miteinander leidet die Weltwirtschaft

Präsident Sergio Mattarella mahnt zum Auftakt des Ambrosetti-Forums am 4. September zu rechtbasierter internationaler Ordnung – sonst drohten Investitionsflaute, instabile Lieferketten und geringeres Wachstum.

Der Präsident der Republik, Sergio Mattarella, hat am 4. September in einer schriftlichen Botschaft zum Forum von The European House – Ambrosetti vor den wirtschaftlichen Folgen eines Erodierens der internationalen Ordnung gewarnt. Aus Rom betonte er, nur ein friedliches Miteinander der Staaten auf der Grundlage des Völkerrechts sichere langfristige Prosperität und stabilen weltweiten Wohlstand. Die Erklärung wurde auf der offiziellen Webseite des Quirinale veröffentlicht.

Mattarella zufolge führt die gegenwärtige Phase geopolitischer Spannungen nicht automatisch zu einem neuen, tragfähigen Gleichgewicht. Vielmehr würden etablierte Regeln und multilaterale Institutionen mancherorts relativiert. Diese politische Entwicklung habe direkte ökonomische Konsequenzen: In einem Umfeld wachsender Unsicherheit und Rechtsunsicherheit gerieten Investitionsentscheidungen, die Stabilität von Lieferketten sowie die Formen internationaler Zusammenarbeit unter Druck, die Wachstum und Entwicklung tragen. Ohne verlässliche Regeln, so der Tenor, stünden die Aussichten der Weltwirtschaft auf eine harte Probe.

Tatsache ist, dass Mattarella seit Jahren ähnlich argumentiert: In Reden vor dem diplomatischen Korps und bei Gedenkfeiern hob er wiederholt die Rolle des Völkerrechts als Fundament für Frieden und Entwicklung hervor. Die nun veröffentlichte Botschaft knüpft daran an, aktualisiert sie aber mit Blick auf die anhaltenden Konflikte und den wachsenden Protektionismus, die weltweit für Verwerfungen sorgen. Dass der Präsident die Koppelung von Sicherheitspolitik und ökonomischer Widerstandskraft betont, entspricht seiner verfassungsmäßigen Rolle, Grundlinien zu markieren, ohne konkrete Maßnahmen vorzugeben.

Zugeschriebene Bewertungen von Beobachtern ordnen die Stellungnahme als Signal an Wirtschaft und Politik in Italien ein: Ministerien und die beim Ambrosetti-Forum vertretenen Institutionen dürften ihre Strategien zur Sicherung von Lieferketten, zur Diversifizierung von Bezugsquellen und zur Stärkung multilateraler Mechanismen erneut prüfen, um Planungssicherheit zu erhöhen und Vertrauen von Investoren zu stützen. Konkrete politische Schritte nennt Mattarella in dem Schreiben nicht; er fordert jedoch einen klaren internationalen Handlungsrahmen, der Regeln durchsetzt und Konfliktprävention stärkt.

Für Italien als exportorientierte Volkswirtschaft ist die Mahnung unmittelbar relevant. Die Abhängigkeit von offenen Märkten, funktionsfähigen Handelswegen und einem berechenbaren Rechtsrahmen macht das Land besonders sensibel für systemische Risiken. Mattarellas Appell an eine friedliche Koexistenz der Staaten ist damit zugleich ein Plädoyer für verlässliche Institutionen, die Handelsströme sichern, Streitigkeiten schlichten und damit die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum schaffen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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