In Mailand hat am 1. September 2026 das Forum „The Italian Dream: Lombardia Life Sciences Competitiveness Forum“ im Palazzo Pirelli den Start eines Leitlinienprozesses für die Wettbewerbsfähigkeit der Life Sciences in Italien angekündigt. Vertreter der regionalen Politik, der italienischen Industrie und internationale Unternehmensvertreter forderten, wissenschaftliche Stärken schneller in marktfähige Therapien und wirtschaftliche Wertschöpfung zu übersetzen. Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Economia della Salute“ und soll in den kommenden Monaten konkrete Leitlinien hervorbringen.
Anwesend waren unter anderem der Autor Alec Ross, Unternehmensvertreter wie Sebastian Guth von Bayer sowie Repräsentanten der lombardischen Institutionen. In mehreren Beiträgen wurde die Rolle der Region Lombardia als industrieller Motor des Sektors hervorgehoben. Ziel ist es, die regionale Stärke in ein leistungsfähiges nationales Ökosystem zu überführen; der Austragungsort in Mailand unterstrich den Anspruch, von einem etablierten regionalen Modell auszugehen und dieses breiter zu verankern.
Branchenvertreter und Beobachter benannten drei vordringliche Handlungsfelder. Erstens: schnellere Zulassungs- und Erstattungsprozesse, damit Forschungsergebnisse rascher in die Versorgung gelangen. Zweitens: verbesserte Anreize für Investitionen in Forschung, Produktion und Skalierung. Drittens: engere Kooperationen zwischen Universitäten, Kliniken, Start-ups und Industrie, um Technologietransfer und Kommerzialisierung zu stärken. Diese Prioritäten zielen auf Schnittstellen, an denen regionale und nationale Zuständigkeiten zusammenwirken müssen – von der Gesundheitsversorgung über die Standort- und Industriepolitik bis zur Innovationsförderung.
Als wirtschaftliche Grundlage wurden aggregierte Verbandsdaten angeführt: Nach Angaben von Farmindustria erreichte die Produktion der Mitgliedsunternehmen 2024 rund 56 Milliarden Euro, mit zuletzt wachsenden Exporten und Investitionen. Diese Basisdaten definierten den Ausgangspunkt für die nun skizzierten Schritte. Die Redner trennten Fakten, Forderungen und Prognosen: Produktions- und Exportzahlen bildeten die belegte Referenz, politische Zusagen blieben auf Ankündigungs- und Diskussionsniveau.
Als unmittelbare Folge des Treffens wurde die Ausarbeitung gemeinsamer „Linee di Indirizzo“ angekündigt. Der Prozess soll Akteure aus Forschung, Versorgung und Industrie zusammenführen und bestehende Stärken systematisch bündeln. Welche Instrumente für regulatorische Beschleunigungen und verlässliche Investitionsanreize gewählt werden, ist offen und bedarf weiterer Abstimmung. Der nun angestoßene Leitlinienprozess soll Italiens vorhandene Kapazitäten – insbesondere in der Region Lombardia – koordiniert heben; ob er rasch Wirkung entfaltet, hängt von der anschließenden Ausgestaltung durch die zuständigen Ebenen ab.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).