In Italien sind Ende August 2026 zwei voneinander unabhängige, lokal übertragene Denguefälle bestätigt worden. In Sanremo meldete die regionale Struktur ATS Liguria einen 30-jährigen Patienten ohne Auslandsreise in der Inkubationszeit; er wird im Ospedale Borea behandelt. Nach dem regionalen Protokoll wurden um seine Aufenthaltsorte im Umkreis von etwa 200 Metern nächtliche Maßnahmen zur Mückenbekämpfung und eine entomologische Überprüfung veranlasst.
Am 28. August berichtete die ASL Lecce über zwei Meldungen im Salento, davon ein bestätigter und ein wahrscheinlicher Fall. Genannt wurden Verbindungen zu den Gemeinden Ugento, Ruffano und Alliste. Auch dort leitete das Dipartimento di Prevenzione gezielte Stechmückenbekämpfung im Wohn- und Aufenthaltsumfeld der Betroffenen ein, verbunden mit erweiterter Fallermittlung in Praxen und Kliniken.
Die Behörden sprechen explizit von Dengue autoctona, also Infektionen ohne Reisebezug in Endemiegebiete. Parallel laufen standardisierte Schritte: entomologische Probenahmen, engmaschiges Mückenmonitoring, klinische Fallfindung und koordinierte kommunale Einsätze gegen Brutplätze. Bislang liegen in den veröffentlichten Mitteilungen keine virologischen Nachweise des Erregers aus Vektorproben vor; Angaben zu Serotypen wurden nicht publiziert.
Giovanni Cenderello, Leiter der Infektiologie am Krankenhaus Borea in Sanremo, bezeichnete den Fall als epidemiologisch relevant, jedoch nicht als Anlass für einen allgemeinen Alarm. Ausschlaggebend seien nun die Ergebnisse der Umweltuntersuchungen und das zeitnahe Erfassen möglicher weiterer Fälle in der Umgebung des Indexpatienten.
In mediterranen Regionen gilt die invasive Stechmücke Aedes albopictus seit Jahren als kompetenter Vektor für Dengue. Italien verzeichnet regelmäßig importierte Erkrankungen; sporadische lokale Übertragungen treten vor allem in den Sommermonaten auf. Ob es bei Einzelfällen bleibt, hängt von Temperatur- und Brutplatzbedingungen, der Geschwindigkeit der Diagnostik und der Konsequenz kommunaler Mückenbekämpfung ab. Kurzfristige Prognosen zur Ausbreitung sind derzeit nicht belastbar.
Die Gesundheitsdienste verweisen auf bekannte Präventionsschritte: aktive Überwachung, rasche Labordiagnostik, Information der Ärzteschaft und konsequente Beseitigung kleiner Wasseransammlungen in Siedlungsgebieten. Für die betroffenen Orte wurden entsprechende Maßnahmen bereits angekündigt und begonnen. Stand der Informationen: 26. bis 29. August 2026.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).