Die Region Lazio hat die Hitzeschutz-Verordnung für Tätigkeiten im Freien bis zum 30. September 2026 verlängert. Präsident Francesco Rocca unterzeichnete die Maßnahme am 3. September 2026. Sie untersagt an Tagen mit hoher Gefahrenstufe besonders belastende Außenarbeit in den heißesten Mittagsstunden. Ziel ist es, hitzebedingte Gesundheitsrisiken für Beschäftigte zu mindern.
Kern der Regelung ist ein zeitlich befristetes Arbeitsverbot zwischen 12:30 und 16:00 Uhr, wenn das Warnsystem Worklimate um 12:00 Uhr eine hohe Risikostufe für Personen mit intensiver körperlicher Tätigkeit ausweist. Das Verbot gilt in der gesamten Region und erfasst nach Wortlaut der Verordnung die Agricoltura (Landwirtschaft) und den Florovivaismo (Gartenbau), Arbeiten in den cantieri (Bau- und Straßenbaustellen) einschließlich straßenbaulicher Instandsetzungen und Brückenprüfungen, Tätigkeiten in cave (Steinbrüche) sowie logistische Arbeiten auf Piazzali und die urbane Auslieferung von Waren, auch mit Fahrrädern oder motorisierten Zweirädern.
Die bisherige Frist bis 15. September 2026 wurde damit um zwei Wochen verlängert. Arbeitgeber der genannten Sektoren müssen die Vorgaben organisatorisch umsetzen, etwa durch Verschiebung von Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen oder die Bereitstellung schattiger und kühler Bereiche. Die Verordnung ergänzt kommunale Initiativen, darunter Maßnahmen der Stadt Rom. Sie regelt jedoch primär die Arbeitsbedingungen an Hitzetagen; Fragen zu Entschädigungen, Kontrollen und Sanktionen werden in separaten Akten oder durch nachgeordnete Behörden geklärt.
Hintergrund der Entscheidung sind anhaltende Hitzewellen in Mittelitalien, die die Gesundheitsrisiken für Beschäftigte im Freien erhöhen. Laut Arbeitsschutzexperten können Hitzeexposition, Dehydrierung und körperliche Belastung das Risiko akuter Erkrankungen wie Hitzekollaps und Hitzschlag deutlich steigern. Die an das tagesaktuelle Worklimate-Risiko gekoppelte Lösung soll die Eingriffe gezielt auf tatsächlich kritische Tage beschränken.
Gewerkschaften und einzelne Oppositionsvertreter begrüßten die Verlängerung als notwendig, mahnten aber intensivere Kontrollen und klar definierte Sanktionsmechanismen an. Arbeitgeberverbände verweisen auf organisatorische und wirtschaftliche Folgen, etwa bei Baustellen- und Lieferkettenplanung. Konkrete Zahlen zu Ausfällen oder Produktivitätseffekten liegen derzeit nicht vor. Über weitere Anpassungen will die Region je nach Verlauf der Hitzesaison entscheiden.
Die Verordnung ist auf den Kanälen der Regione Lazio veröffentlicht; regionale Medien und nationale Agenturen berichteten über die Unterzeichnung und die neue Frist bis zum 30. September 2026.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).