Nach landesweiten Demonstrationen am 24. Oktober hat Italiens Innenministerium eine erste Bilanz vorgelegt: Nach Angaben des Dipartimento della Pubblica Sicurezza wurden 4.292 Personen identifiziert, 371 vorläufig in Gewahrsam genommen, neun festgenommen und 87 angezeigt. Unter den Identifizierten waren 110 Minderjährige und 69 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Einsätze konzentrierten sich auf mehrere Großstädte; die größten Spannungen wurden aus Turin und Rom gemeldet.
In Turin und Rom kam es an verschiedenen Punkten zu direkten Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei. Berichtet wurden vereinzelte Stein- und Flaschenwürfe sowie der Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern. Auch in Bologna und Padua verzeichneten die Behörden Störungen der öffentlichen Ordnung, allerdings in geringerem Umfang. Die meisten Kundgebungen verliefen nach übereinstimmenden Berichten ohne gravierende Sachschäden.
In Mailand nahm die Polizei den mutmaßlichen Betreiber einer Social-Media-Struktur mit dem Namen Movimento 17 ottobre vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft von Mailand ermittelt wegen des Verdachts der Anstiftung zu Straftaten; ob und in welchem Umfang strafrechtliche Verantwortlichkeiten bestehen, ist offen. Die Ermittlungen dauern an.
Das Innenministerium verwies auf ein breites präventives Sicherheitskonzept mit erhöhter Präsenz von Einsatzkräften und zahlreichen Kontrollen bereits am Vortag. Nach Darstellung der Behörden trug dies dazu bei, größere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern. Innenminister Matteo Piantedosi lobte das Vorgehen der Polizei und sprach von einer konsequenten Sicherung der öffentlichen Ordnung.
Menschenrechts- und Bürgerrechtsorganisationen warnten hingegen vor möglichen Eingriffen in die Versammlungsfreiheit durch präventive Maßnahmen, insbesondere wenn Minderjährige betroffen sind. Konkrete rechtliche Bewertungen werden von den zuständigen Stellen in den kommenden Tagen erwartet, sobald Berichte und Verfahrensakten der Staatsanwaltschaften vorliegen.
Die Proteste richteten sich gegen die anhaltende Teuerung, Aspekte der Regierungspolitik sowie internationale Konflikte. Regionale Unterschiede im Charakter der Demonstrationen waren sichtbar: Während es in einigen Städten zu Konfrontationen kam, standen andernorts soziale Forderungen und friedliche Kundgebungen im Vordergrund. Für die Regierung bleibt die Lagebeobachtung zentral, da die Ermittlungen zu einzelnen Vorfällen – und zu möglichen Aufrufen im Netz – weiterlaufen. Zugleich wird innenpolitisch darüber gestritten, wie das Gleichgewicht zwischen Sicherheitsinteressen und Grundrechten zu wahren ist.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).