Ein neuer Bericht des Ufficio studi der CGIA di Mestre weist für das Kalenderjahr 2025 einen weiteren Anstieg der Konsumentenkredite in Italien aus. Das Volumen des Kredit al consumo, also von Verbraucherkrediten an private Haushalte, erreichte demnach nahezu 178 Milliarden Euro. Umgelegt auf alle Haushalte entspricht das einer durchschnittlichen Belastung von 6.657 Euro. Gegenüber 2024 ist das ein Zuwachs von rund 4,9 Prozent; im Neunjahresvergleich seit 2016 summiert sich der Anstieg auf etwa 62 Prozent.
Die CGIA trennt in ihrer Analyse bewusst zwischen kurzfristigen Konsumentenkrediten und langfristigen Wohnungsfinanzierungen. Der vorgelegte Befund bezieht sich ausschließlich auf von Banken und Finanzgesellschaften vergebene Verbraucherkredite; andere Formen informeller Verschuldung sind nicht einbezogen. Fachleute der CGIA verweisen darauf, dass die Tragfähigkeit der Haushaltsfinanzen nicht allein von der nominalen Schuldenhöhe abhängt, sondern ebenso von Einkommen, Zinskosten und Beschäftigungsstabilität.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In mehreren Provinzen liegt die Pro-Kopf-Belastung deutlich über dem Landesdurchschnitt, während andere Gebiete als vergleichsweise „virtuos“ gelten. Diese Spreizung erklären die Autoren unter anderem mit divergierender Einkommensdynamik, unterschiedlichen Konsummustern sowie der Verfügbarkeit und Preissetzung von Kreditprodukten. Einzelne Ranglisten der Provinzen wurden in regionalen Auswertungen hervorgehoben; landesweit bleibt jedoch der Trend zu höheren Konsumentenkrediten der zentrale Befund.
Die CGIA warnt, dass ein rascher Anstieg beim Kredit al consumo die Anfälligkeit für Zahlungsausfälle besonders bei Haushalten ohne ausreichende Liquiditätspuffer erhöhen kann. Steigende oder länger hoch bleibende Zinsen verschärfen aus ihrer Sicht diese Verwundbarkeit. Zugleich betonen die Autoren, dass robuste Beschäftigung und Reallohnzuwächse die Schuldentragfähigkeit stabilisieren können. Ob diese Bedingungen im Jahresverlauf 2025 und darüber hinaus erfüllt sind, bleibt aus Sicht der Studie eine offene Frage und hängt von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab.
Für Politik und Kreditwirtschaft leitet die CGIA mehrere Handlungsfelder ab: mehr Transparenz bei Vertragsbedingungen, wirksamere Regeln zum Verbraucherschutz, Schuldnerberatung für gefährdete Gruppen sowie Maßnahmen zur Stärkung von Einkommen und Sparfähigkeit. Ergänzend verweisen Branchenbeobachter auf Daten der Banca d'Italia zur Gesamtverschuldung der Haushalte, die neben Konsumentenkrediten auch Hypothekendarlehen umfasst; diese Perspektive sei wichtig, um Risiken systematisch zu bewerten, überlagere jedoch nicht den aktuell ausgewiesenen Anstieg des Kredit al consumo.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).