Italiens öffentliche Verwaltung hat 2025 Rechnungen im Durchschnitt schneller beglichen, zugleich aber mehr unbezahlte Verbindlichkeiten angehäuft. Das geht aus einer am 11. September 2026 veröffentlichten Auswertung der Cgia di Mestre hervor. Demnach kletterte der Bestand offener Lieferantenrechnungen der öffentlichen Hand auf 64,2 Milliarden Euro.
Die Cgia beziffert die mittlere Zahlungsdauer 2025 auf 27,2 Tage nach Fälligkeit, nach 29,9 Tagen im Jahr 2024. Diese Verkürzung habe jedoch nicht gereicht, um die laufenden Verpflichtungen vollständig zu bedienen. Von im Jahr 2025 ausgestellten Rechnungen in Höhe von 27,8 Milliarden Euro seien 21,1 Milliarden bezahlt worden, der Rest sei in den Rückstand gerutscht. In der Folge vergrößerte sich der Gesamtbestand innerhalb eines Jahres um 6,7 Milliarden Euro. Grundlage der Analyse sind Erhebungen des Auskunftsdienstleisters Cribis, die vom Ufficio studi der Cgia ausgewertet wurden.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede im Zahlungsverhalten. Als besonders pünktlich nennt die Cgia die Provinzen Sondrio, Bergamo, Belluno und Lecco. Am Ende der Skala rangieren Caltanissetta, Catanzaro und Siracusa. Für den Veneto weist die Auswertung einen Anteil pünktlicher Zahlungen von rund 51 Prozent aus. Die Angaben beziehen sich auf das Zahlungsverhalten gegenüber Lieferanten und Dienstleistern und erlauben keine Rückschlüsse auf die Verschuldung im Sinne der Maastricht-Definition.
Die Cgia interpretiert die Ergebnisse als zweigleisige Entwicklung: Operativ verbessere sich die Abwicklung aktueller Rechnungen, strukturell bleibe die Fähigkeit, alle Verbindlichkeiten fristgerecht zu begleichen, unzureichend. Als weiterer Belastungsfaktor wird auf Praktiken im privaten Sektor verwiesen: Größere Unternehmen verlängerten im Schnitt ihre Zahlungsziele, was die Liquidität kleinerer Zulieferer schmälere und Rückstände entlang der Kette verstärke. Diese Einschätzungen gibt die Cgia wieder; sie sind als Bewertung gekennzeichnet.
Mögliche Folgen eines anhaltend hohen Bestands offener Rechnungen reichen von verschlechterten Finanzierungskonditionen bis zu geringeren Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Cgia fordert daher mehr Transparenz bei Zahlungszielen und fiskalische Anreize für pünktliche Zahler. Ob solche Maßnahmen die Rückstände nachhaltig abbauen können, hängt von künftigen Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft ab und lässt sich derzeit nicht sicher prognostizieren.
Die neuen Zahlen wurden am 12. September von nationalen und regionalen Medien aufgegriffen. Der aktuelle Anlass ist die Veröffentlichung der Cgia-Auswertung; frühere Werte dienen dem Vergleich und der Einordnung.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).