Gesundheit

Italiens Gesundheitsausgaben 2025 bei 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – Lücke zu Europa 36 Milliarden Euro

Die Fondazione GIMBE meldet auf Basis neuer OECD-Daten: Italiens öffentliche Gesundheitsausgaben lagen 2025 bei 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, gegenüber 7,1 Prozent im europäischen und OECD-Durchschnitt. Das entspricht einer Finanzierungslücke von rund 36,1 Milliarden Euro.

Die Fondazione GIMBE hat am 2. September 2026 auf Grundlage der OECD Health Statistics (Datenstand 17. Juli 2026) neue Vergleichszahlen zur öffentlichen Gesundheitsfinanzierung veröffentlicht. Demnach beliefen sich die öffentlichen Gesundheitsausgaben Italiens im Jahr 2025 auf 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. GIMBE stellt dem einen Durchschnittswert für OECD und Europäische Union von 7,1 Prozent gegenüber.

Aus der Differenz errechnet die Stiftung ein Pro-Kopf-basiertes Finanzierungsdelta von insgesamt etwa 36,1 Milliarden Euro. Die Herleitung stützt sich auf die Bevölkerungszahl, die Istat zum 1. Januar 2026 mit knapp 59 Millionen Einwohnern ausweist. GIMBE betont, es handle sich nicht um einen sofort zu schließenden Kürzungsbetrag, sondern um die Größenordnung der Abweichung im internationalen Vergleich der öffentlichen Finanzierung.

Als aktuellen politischen Bezugspunkt nennt GIMBE die bevorstehenden Haushaltsverhandlungen zur Legge di Bilancio 2027. Präsident Nino Cartabellotta fordert Regierung und Parlament auf, die dokumentierte Lücke bei den Beratungen zu berücksichtigen und sich an internationalen Empfehlungen sowie Vergleichsdaten zu orientieren. Eine unmittelbare Bewertung einzelner Leistungsbereiche lasse sich aus aggregierten OECD-Zahlen jedoch nicht ableiten; hierfür seien ergänzende nationale und regionale Auswertungen erforderlich.

Im längeren Zeitvergleich verweist die Stiftung auf eine Stagnation beziehungsweise einen relativen Rückgang des Anteils der öffentlichen Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt. Im Kreis großer Industrieländer rangiert Italien damit im unteren Bereich. Der Vergleich bezieht sich ausdrücklich auf öffentliche Ausgaben; private Zuzahlungen und Versicherungsanteile sind darin nicht enthalten und unterscheiden sich zwischen Staaten teils erheblich. Solche Strukturunterschiede, Wechselkurseffekte und revisionsanfällige Vorabmeldungen der Statistikbehörden nennt GIMBE als mögliche Einflussfaktoren auf Jahreswerte.

Mit Blick auf mögliche Folgen warnt die Stiftung, ein dauerhaft niedrigeres öffentliches Finanzierungsniveau könne die Leistungsfähigkeit des Servizio Sanitario Nazionale belasten. Risiken sieht GIMBE insbesondere für Prävention, ambulante Versorgung, Personalgewinnung und digitale Modernisierung. Konkrete Auswirkungen hingen von der Binnenverteilung der Mittel, regionalen Prioritäten und der Umsetzung laufender Reformprojekte ab.

Die Veröffentlichung erfolgt unmittelbar vor der Haushaltsrunde, in der Eckwerte für 2027 festgelegt werden. Der Nachrichtenanlass ist damit die neue GIMBE-Auswertung auf Basis aktualisierter OECD-Daten; politische Folgerungen und Gegenmaßnahmen liegen bei Regierung und Parlament und waren zunächst nicht Gegenstand der Mitteilung.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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