Der Consiglio Nazionale delle Ricerche hat am 7. September 2026 bestätigt, dass der Sommer 2026 in Italien der wärmste seit Beginn der vergleichbaren Messreihe 1950 war. Nach Auswertung der Monate Juni bis August erreichte die landesweite Durchschnittstemperatur 24,3 °C und übertraf damit den bisherigen Höchstwert aus dem Sommer 2003. Besonders stach der August 2026 mit einem nationalen Monatsmittel von 25,6 °C hervor.
Die Analyse stammt vom Istituto per la bioeconomia (CNR-IBE) und stützt sich auf die Reanalyse ERA5 Land des Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage sowie auf nationale Messnetze und ergänzende Datensätze. Das Institut nennt wiederholte und teils lang anhaltende Hitzewellen in mehreren Landesteilen als unmittelbare Ursache der Monats- und Saisonwerte. Flankierend dazu registrierten Meeresbeobachtungen des Konsortiums LaMMA ungewöhnlich hohe Oberflächentemperaturen im Mittelmeer.
Die Forscherinnen und Forscher trennen in ihrer Mitteilung klar zwischen dokumentierten Messwerten und Bewertungen der Ursachen. Faktisch belegen die historischen Temperaturreihen den neuen Rekord. Zugleich verweisen die Autorinnen und Autoren auf den fortschreitenden Erwärmungstrend, der die Wahrscheinlichkeit extremer Sommerereignisse erhöht. Konkrete Schadenshöhen, regionale Mortalitätsdaten oder detaillierte Ernteausfälle liegen nach Angaben des Instituts noch nicht vollständig vor und sollen in weiteren Auswertungen folgen.
Mit Blick auf mögliche Folgen ordnet das CNR-IBE die Abweichungen gegenüber gängigen Klimanormalen der Perioden 1951 bis 1980 und 1991 bis 2020 ein. Solche Anomalien verschärfen die Belastungen für das Gesundheitswesen, den Wasserhaushalt und den Agrarsektor und erhöhen den Anpassungsdruck auf Städte, Infrastruktur und Bewirtschaftungssysteme. Laut Institut werden vollständige Datensätze und regionalisierte Analysen sukzessive veröffentlicht, um Verwaltungen und Fachstellen belastbare Grundlagen für Entscheidungen bereitzustellen.
Der jetzt bestätigte Rekord fügt sich in eine Serie sehr heißer Sommer ein, die Italien seit der Jahrtausendwende erlebt hat. Der Vergleich mit dem Sommer 2003 unterstreicht, dass Extremwerte inzwischen nicht nur punktuell, sondern über mehrere Wochen und in weiten Teilen des Landes auftreten. Das CNR-IBE kündigt an, die Kombination aus bodennahen Messungen, Reanalysen und Meeresdaten weiter zu nutzen, um regionale Unterschiede, Persistenz von Hitzewellen und die Kopplung mit ungewöhnlich warmen Mittelmeerbedingungen genauer zu beschreiben.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).