Das nationale Statistikamt Istat hat am 1. September 2026 seine aktualisierte Schätzung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das zweite Quartal vorgelegt. Demnach erhöhte sich das saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent; im Vorjahresvergleich lag das Plus bei 1,0 Prozent. Die Angaben bestätigen die Ende Juli veröffentlichten vorläufigen Zahlen.
Auf der Nachfrageseite legten alle großen Aggregate der inländischen Endnachfrage zum Vorquartal zu. Die Ausgaben der privaten Haushalte und der privaten sozialen Institutionen stiegen um 0,3 Prozent, ebenso die Bruttoanlageinvestitionen um 0,3 Prozent. Insgesamt trug die inländische Nachfrage ohne Vorratsveränderungen 0,3 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum bei; die Veränderung der Lagerbestände steuerte zusätzlich 0,2 Punkte bei. Der Außenbeitrag dämpfte die Expansion: Die Importe nahmen um 1,7 Prozent zu und damit stärker als die Exporte mit plus 0,8 Prozent; der Beitrag des Außenhandels zur Wachstumsrate war mit minus 0,3 Punkten negativ. Die staatlichen Endausgaben leisteten per Saldo keinen Beitrag.
Vom Produktionsansatz ergibt sich ein gemischtes Bild. Der Wertschöpfungsbeitrag der Landwirtschaft verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, der der Industrie um 0,5 Prozent. Die Dienstleistungen wuchsen dagegen um 0,4 Prozent und kompensierten die Rückgänge in den anderen Sektoren mehr als vollständig.
Arbeitsmarktnahe Indikatoren entwickelten sich laut Istat weiter positiv: Die geleisteten Arbeitsstunden stiegen im Quartalsvergleich um 0,3 Prozent. Die Arbeitnehmerentgelte pro Kopf nahmen um 0,6 Prozent zu. Angaben zu realen, also preisbereinigten Löhnen enthält die Mitteilung nicht.
Kalendereffekte spielten 2026 eine Rolle. Das laufende Jahr umfasst drei Arbeitstage mehr als 2025. Im zweiten Quartal 2026 gab es gleich viele Arbeitstage wie im ersten Quartal und einen Arbeitstag mehr als im Vorjahresquartal. Die daraus resultierende, um Kalendereffekte bereinigte „acquisierte“ Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2026 beziffert Istat unverändert auf 0,8 Prozent.
In der Gesamtschau zeigt sich eine konjunkturelle Lage, in der die Binnenwirtschaft das Wachstum trägt, während die schwächere Auslandsnachfrage das Tempo begrenzt. Diese Einordnung beruht auf den heute veröffentlichten Quartalsdaten; weiterführende Prognosen enthält die Istat-Mitteilung nicht.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).