Gesellschaft

Italienische Polizei durchsucht Wohnungen in 20 Städten nach Oktober-Krawallen

Nach Ausschreitungen Mitte Oktober hat die Polizei am 23. Oktober landesweit Wohnungen durchsucht und Hunderte Personen identifiziert. Vor neuen Demonstrationen in Rom und Mailand wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht.

Italiens Sicherheitsbehörden haben am 23. Oktober in Verbindung mit Ausschreitungen Mitte des Monats landesweit gezielte Durchsuchungen und Identifizierungen durchgeführt. Nach übereinstimmenden Berichten aus Polizeikreisen und italienischen Medien betrafen die Einsätze bis zu 20 Städte. Im Fokus standen mutmaßliche Beteiligte an Gewaltakten, Plünderungen und Angriffen auf Einsatzkräfte am 17. und 18. Oktober. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden dabei rund 100 Personen identifiziert; La Stampa berichtete, darunter seien 51 Minderjährige gewesen. Einheitliche, von allen Stellen bestätigte Gesamtzahlen lagen am Abend noch nicht vor.

Die Maßnahmen wurden von den zuständigen Staatsanwaltschaften angeordnet und von der Digos, der Spezialeinheit der Polizia di Stato für politisch motivierte Delikte, umgesetzt. Ermittler sicherten Videoaufnahmen, Telefondaten und weitere Beweismittel, um Tatbeteiligungen zu klären und mögliche Koordinationen zwischen gewaltbereiten Gruppen nachzuweisen. Flächendeckend bestätigte Festnahmen meldeten die Behörden zunächst nicht, Vernehmungen und Auswertungen dauern an.

Parallel verschärften das Innenministerium und örtliche Polizeiführungen die Sicherheitsvorkehrungen für angekündigte Demonstrationen am 24. Oktober, insbesondere in Rom und Mailand. In Rom wurde das historische Zentrum, der sogenannte Tridente, für einen verstärkten Kräfteansatz vorbereitet; sensiblen Bereichen wurden Schutzauflagen auferlegt, um Sachbeschädigungen vorzubeugen. In Mailand wurde zusätzliches Personal bereitgestellt und die Zufahrten zu neuralgischen Punkten wurden enger kontrolliert. Das Innenministerium betonte, Ziel sei es, das Demonstrationsrecht zu gewährleisten und zugleich erneute Ausschreitungen zu verhindern.

Hintergrund sind landesweite Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten und gegen Waffenlieferungen, die am 17. und 18. Oktober in mehreren Städten teils heftige Zusammenstöße auslösten. Laut la Repubblica und weiteren Medien hatten einzelne Gruppen Polizeiketten angegriffen und Schaufenster beschädigt. Die nun erfolgten Durchsuchungen sollen die strafrechtliche Aufarbeitung beschleunigen. Zugleich wollen die Behörden mit sichtbarer Präsenz und strikteren Auflagen eine Wiederholung der Gewalt verhindern.

Politisch wird der Einsatz eng begleitet. Innenminister Matteo Piantedosi stellte sich hinter die Polizeistrategie und verwies auf das Recht friedlicher Demonstrationen sowie auf die Pflicht des Staates, Personen und Eigentum zu schützen. Bürgerrechtsgruppen und linke Parteien mahnen dagegen Verhältnismäßigkeit an und verlangen transparente Kriterien für Platzverweise und Identitätsfeststellungen. Wie belastbar die Hinweise auf vernetzte gewaltbereite Gruppen sind und ob es zu Anklagen kommt, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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