Das italienische Gesundheitsministerium (Ministero della Salute) hat am 2. September 2026 aktuelle Impfquoten gegen Diphtherie veröffentlicht. Für das Jahr 2025 liegt die landesweite Abdeckung bei Kindern bis zum zweiten Lebensjahr bei 94,46 Prozent und damit unter der von Nationalem Impfplan und Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Schwelle von 95 Prozent. Grundlage sind Einträge im nationalen Impfregister Anagrafe Nazionale Vaccinale; ausgewiesen werden altersbezogene Messgrößen an 24, 36 und 48 Monaten.
Nach den tabellarischen Angaben verfehlen zehn Regionen und autonome Provinzen bei der Messung im Alter von 48 Monaten die 95-Prozent-Marke. Genannt werden unter anderem die Autonome Provinz Bozen – Südtirol mit 91,61 Prozent, Sizilien mit 90,80 Prozent sowie Ligurien mit 93,16 Prozent. Ebenfalls unterhalb der Zielmarke liegen Friuli Venezia Giulia, Lazio, Abruzzen, Molise, Apulien, Basilikata und Sardinien. Die Spannbreite der Werte unterstreicht deutliche regionale Unterschiede bei der Durchimpfung.
Diphtherie ist in Italien Teil der Säuglings- und Kleinkindimpfungen mittels Kombinationsimpfstoffen. Der Nationale Impfplan zielt auf mindestens 95 Prozent, um eine anhaltende Übertragung in der Bevölkerung zu verhindern. Die nun gemeldeten Quoten bedeuten kein sofortiges Alarmzeichen, markieren aber eine Unterschreitung des angestrebten Sicherheitsniveaus. Internationale Erfahrungen zeigen, dass sinkende Impfquoten das Risiko lokaler Ausbrüche erhöhen können, wenn Impflücken bestehen bleiben.
Das Ministerium ordnet die Zahlen als technische Bestandsaufnahme ein und nennt keine Ursachen für regionale Differenzen. Mögliche Einflussfaktoren – etwa organisatorische Hürden in der Versorgung, sozioökonomische Unterschiede oder Impfzurückhaltung – werden in der Veröffentlichung nicht bewertet. Für belastbare Erklärungen sind regionale Analysen erforderlich, die Datenerfassung, Zugänglichkeit von Angeboten und Nachholimpfungen gemeinsam betrachten.
Für die betroffenen Regionen leiten sich praktische Aufgaben ab: lokale Gesundheitsdienste müssen Impflücken systematisch identifizieren, Zielgruppen aktiv ansprechen und Auffrischungen oder Nachholtermine anbieten. Auf nationaler Ebene bleibt zentral, die Qualität und Vollständigkeit der Anagrafe Nazionale Vaccinale weiter zu sichern und mit koordinierten Aufholprogrammen auf Unterdeckungen zu reagieren. Prognosen über die Entwicklung der Quoten lassen sich aus der Momentaufnahme nicht ableiten; sie hängen von der Umsetzung regionaler Maßnahmen und der Stabilität der Meldeketten ab.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).