Der Centro Nazionale Sangue, die beim Istituto Superiore di Sanità angesiedelte nationale Koordinationsstelle für Blutversorgung, hat am 1. September 2026 eine landesweite Knappheit an Erythrozyteneinheiten gemeldet und eine besonders angespannte Lage bei der Blutgruppe 0 positiv hervorgehoben. In den Folgetagen bestätigten regionale Transfusionsdienste und Medien Berichte aus mehreren Landesteilen, darunter Sizilien, Lazio und Kampanien.
Nach Darstellung der Behörde handelt es sich nicht um isolierte Engpässe, sondern um einen gleichzeitigen Mangel in zahlreichen Regionen. Dadurch fehlen jene überregional verfügbaren Überschüsse, mit denen sonst per Ausgleichsverteilung Engstellen entschärft werden. Das bewährte Instrumentarium – interregionale Verteilung und die Bacheca SISTRA als Koordinierungsplattform – bleibt in Kraft, stößt aktuell jedoch an Grenzen, weil kaum ausreichende Mehrbestände in einzelnen Regionen vorhanden sind.
Verbände und regionale Stellen präzisierten die Lage: Die großen freiwilligen Organisationen und Blutspendedienste, darunter Avis und FIDAS, baten in den ersten Septembertagen verstärkt Spenderinnen und Spender der Blutgruppe 0 positiv um eine zeitnahe Spende. Krankenhäuser, etwa in Kampanien, warnten, dass planbare Eingriffe und transfusionspflichtige Behandlungen bei anhaltendem Mangel organisatorisch belastet würden. Die Notfall- und Akutversorgung bleibe priorisiert, betonen die Einrichtungen.
Als Gründe nennen Fachleute saisonale Schwankungen der Spendenbereitschaft, Urlaubszeiten, verringerte Erreichbarkeit bestimmter Spendergruppen sowie Nachwirkungen auf Vergabe und Logistik nach den Sommermonaten. Ein Engpass bei 0 positiv gilt als besonders heikel, weil diese Blutgruppe in Italien vergleichsweise häufig ist und ihre Erythrozyten für viele Rh‑positive Empfängergruppen geeignet sind. Der Bedarf ist entsprechend hoch.
Die Gegenmaßnahmen konzentrieren sich auf kurzfristig wirksame Schritte: gezielte lokale Aufrufe an bekannte Spenderkreise, verlängerte Öffnungszeiten von Entnahmestellen, flexible Terminvergabe, engere Abstimmung zwischen Centro Nazionale Sangue, regionalen Transfusionsdiensten und Verbänden sowie, wo möglich, Transporte zwischen Regionen. Berichte über Verschiebungen planbarer Eingriffe liegen bislang als Einzelfallmeldungen vor; Entscheidungen darüber treffen die jeweiligen Kliniken und regionalen Gesundheitsbehörden.
Ausgangspunkt ist die offizielle Bekanntgabe des Centro Nazionale Sangue vom 1. September 2026, die durch Mitteilungen regionaler Gesundheitsstellen und überregionale Medienberichte in den Tagen danach untermauert wurde.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).