Der Branchenverband ITALIA SOLARE hat am 4. September 2026 vor anhaltenden Verzögerungen bei Genehmigungen in Sizilien gewarnt. Nach Angaben des Verbands stocken zentrale Verfahren für große Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekte. Dadurch drohten Fristen in nationalen Förder- und Ausschreibungsprogrammen wie FER X und den geplanten MACSE-Initiativen zu verstreichen.
Konkret nennt ITALIA SOLARE Hürden bei der Erteilung von Baugenehmigungen, der Autorizzazione Unica für größere Fotovoltaikanlagen sowie bei Genehmigungen für Batteriespeichersysteme. Der Verband beruft sich auf Rückmeldungen von Mitgliedsunternehmen und auf die dokumentierte Projektpipeline. Er fordert verbindliche Bearbeitungsfristen, digitale Verfahrensplattformen, einheitliche Bewertungsleitfäden und zusätzliches Personal in den zuständigen Stellen der Regione Siciliana.
Betroffen sind aus Sicht des Verbands neben regionalen Genehmigungen auch Umweltverträglichkeitsprüfungen (VIA) sowie die Verfügbarkeit und Terminierung von Netzanschlüssen. Vertreter der Verwaltung hatten in früheren Gesprächen betont, dass naturschutz- und landwirtschaftsrechtliche Vorgaben gewahrt werden müssten, zugleich aber effizientere Abläufe notwendig seien. Ein branchenseitiges Treffen mit der Verwaltung am 24. Juli 2026 in Palermo dient dem Verband als aktueller Bezugspunkt; konkrete Beschleunigungszusagen der Regione Siciliana lagen zum Zeitpunkt der Stellungnahme nicht vor.
Hintergrunddaten aus Fachberichten zeigen, dass Sizilien in den ersten Monaten 2026 eine hohe Zahl neuer Vorhaben registriert hat und die Commissione tecnica specialistica zahlreiche Dossiers geprüft hat. Gerade deshalb könnten stockende Verfahren auf der Insel über die Region hinauswirken: Verzögerungen bei Netzanschlüssen und behördlichen Entscheidungen können den landesweiten Ausbau erneuerbarer Energien bremsen, wenn Ausschreibungs- und Umsetzungsfristen nicht gehalten werden.
Italia Solare ordnet die Forderungen in die nationale Energie- und Industriestrategie ein: Planungs- und Rechtssicherheit seien für Investitionen in Erzeugung und Speicher unverzichtbar, um das Projektrisiko zu senken und die Umsetzungskapazitäten der Unternehmen zu sichern. Ob die von der Branche vorgeschlagenen Maßnahmen – von klaren Fristen bis zu digitalen One-Stop-Verfahren – kurzfristig greifen, ist offen. Die Einschätzung zu Risiken und Handlungsbedarf stammt vom Verband; eine eigenständige Bewertung der Verwaltungszahlen durch unabhängige Behörden lag zunächst nicht vor.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).