Gesellschaft

Istat meldet 72.410 Kontakte zur Nummer 1522 im Jahr 2025

Italiens Statistikamt Istat hat am 4. September 2026 die Jahresauswertung zum Hilfetelefon 1522 für 2025 vorgelegt: 72.410 Kontakte, 61.303 davon valide; 25.970 Anrufende erklärten, selbst Opfer zu sein.

Italiens Statistikamt Istat hat am 4. September 2026 die Jahresauswertung zum öffentlichen Hilfsangebot 1522 für das Jahr 2025 veröffentlicht. Erfasst wurden 72.410 Kontakte, von denen 61.303 als valide eingestuft wurden (84,7 Prozent). In 25.970 Fällen erklärte die anrufende Person ausdrücklich, selbst Opfer von Gewalt zu sein. Dieser aktuelle Bericht dient als Grundlage der folgenden Befunde.

Die meisten validen Kontakte dienten der unmittelbaren Hilfe: 25.912 Hilfegesuche entsprechen 42,3 Prozent. Nicht zielgerichtete Anfragen („fuori target“) machten 15.039 Fälle aus (24,5 Prozent), darunter auch Anrufe von oder zu männlichen Opfern. Informationen zum Dienst wurden 8.467-mal erbeten (13,8 Prozent), Hinweise zu regionalen Antigewalt-Zentren 4.971-mal (8,1 Prozent). Dritte erstatteten 2.126 Meldungen (3,5 Prozent), 1.912 Kontakte betrafen Hilfe bei Stalking (3,1 Prozent). Der Informationszugang erfolgt überwiegend digital: 12,8 Prozent nannten das Internet, 10,4 Prozent institutionelle Kampagnen als Quelle; andere Kanäle blieben jeweils unter 1,5 Prozent. Zeitlich häufen sich Anrufe vormittags zwischen 9 und 11 Uhr (20,0 Prozent) sowie am frühen und späten Nachmittag (17 bzw. 18 Prozent). Montags ist das Aufkommen am höchsten (15,9 Prozent), an Wochenenden am niedrigsten.

Die Daten belegen vor allem eine häusliche und relationale Gewaltmatrix. Die Wohnung der Betroffenen ist mit 11.346 Nennungen der häufigste Tatort (43,7 Prozent). Bei den Täterbeziehungen dominieren nahe Bezugspersonen: Der Ehepartner wurde 5.693-mal genannt (21,9 Prozent der Opfer), es folgen Ex-Partner (13,1 Prozent) und Partner (10,6 Prozent); Eltern wurden in 10,4 Prozent genannt, der zusammenlebende Partner in 2.612 Fällen (10,1 Prozent). Seit 2025 können mehrere mutmaßliche Täter pro Opfer erfasst werden, weshalb entsprechende Tabellen Summen oberhalb der Opferzahl ausweisen.

Als Hauptform wird psychische Gewalt am häufigsten genannt (36,1 Prozent der Frauen), gefolgt von physischer Gewalt, Stalking und Drohungen; sexuelle und wirtschaftliche Gewalt sowie sexuelle Gewalt gegen Minderjährige bleiben anteilig geringer. Betrachtet man alle gleichzeitig angegebenen Formen, überwiegen psychische (17.032) und physische Gewalt (12.492), gefolgt von Drohungen (7.063) und Stalking (4.537). Pro Opfer werden im Schnitt rund zwei Gewaltformen angegeben. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um wiederholte Taten: 36,5 Prozent berichten über jahrelange, 19,6 Prozent über monatelange Wiederholung; 6,0 Prozent nennen einen Einzelfall.

1522 fungiert auch als Scharnier in die Hilfelandschaft: 68,4 Prozent der Opfer werden im Gespräch an andere Dienste weitergeleitet. Bei Anzeigen bleibt das Bild lückenhaft: 45,5 Prozent beantworten die Frage nicht. Unter den Antwortenden gaben 43,6 Prozent (11.318) an, keine Anzeige erstattet zu haben; 8,4 Prozent (2.173) haben angezeigt, 1,2 Prozent (313) zogen ihre Anzeige später zurück.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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