Wirtschaft

Istat meldet 1,0 Prozent Bruttoinlandsprodukt-Plus im zweiten Quartal 2026

Italiens Wirtschaft wächst laut Istat im Jahresvergleich um 1,0 Prozent. Prognosen von Banca d'Italia und OECD deuten für 2026 auf moderates Gesamtwachstum.

Die italienische Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 etwas an Tempo gewonnen. Nach vorläufigen Angaben von Istat stieg das reale Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,0 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. Die sogenannte erworbene Wachstumsrate für 2026 erhöhte sich damit auf rund 0,8 Prozent. Der Befund widerspricht Befürchtungen einer anhaltenden Konjunkturflaute, signalisiert aber weiterhin nur eine moderate Erholung.

Prognosen großer Institutionen liegen in einem ähnlichen Korridor. Die Banca d'Italia veranschlagt für das Gesamtjahr 2026 ein Plus von etwa 0,7 Prozent. Auch die OECD sowie private Forschungsstellen wie das Centro Studi von Confindustria erwarten Zuwächse in einer Spanne von ungefähr 0,5 bis 0,8 Prozent. Die Bandbreite spiegelt laut Volkswirten die anhaltenden Unsicherheiten wider: Energiepreise bleiben volatil, die Finanzierungskosten sind erhöht, und geopolitische Risiken können Lieferketten sowie Investitionsentscheidungen belasten.

Istat führt die leichte Beschleunigung im Kern auf höhere Investitionen zurück. Impulse kommen insbesondere aus dem öffentlichen und privaten Bau sowie aus Ausrüstungsinvestitionen, die durch die Umsetzung des PNRR gestützt werden. Der private Konsum trägt verhalten zur Expansion bei. Dämpfend wirken dagegen ein schwächerer Außenbeitrag und gestiegene Energieimporte. Nach der Energiemarktkrise 2022 hat sich die Versorgungslage zwar stabilisiert, bleibt aber anfällig für globale Preisschübe.

Ökonomen betonen die Ambivalenz der Lage: Aufwärtsrisiken ergeben sich bei schnellerer Mittelbindung im PNRR, einer höheren Investitionstätigkeit der Unternehmen und einer allmählich nachlassenden Teuerung, die die Realeinkommen entlasten würde. Abwärtsrisiken liegen in einem anhaltend hohen Ölpreis im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, möglichen erneuten Zinsanstiegen und strukturellen Schwächen am Arbeitsmarkt, die Löhne, Produktivität und die Erwerbsbeteiligung bremsen können.

Für die Wirtschaftspolitik bleibt die Herausforderung, die Investitionsoffensive mit zügiger Projektdurchführung und Planungssicherheit zu unterlegen, ohne die Haushaltsrisiken zu erhöhen. Eine engere Verzahnung von Qualifizierung, Digitalisierung und Genehmigungsreformen gilt als Voraussetzung dafür, dass die aktuellen Impulse in ein tragfähigeres Trendwachstum übergehen. Entscheidend wird sein, ob Italien die bestehenden Förderprogramme effizient in produktives Kapital, Energieeffizienz und Infrastruktur übersetzt.

Unterm Strich zeigt das zweite Quartal 2026 eine moderate, aber belastbare Expansion. Istat und andere Institute sehen Italien damit auf einem Wachstumspfad, der vorerst niedrig bleibt, im europäischen Vergleich jedoch nicht abreißt. Ausschlaggebend für die kommenden Quartale sind die Entwicklung der Energiepreise, stabile Finanzierungsbedingungen und die verlässliche Umsetzung zentraler Investitionsprojekte.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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