Italiens Statistikamt Istat hat am 29. Oktober 2026 erste Ergebnisse der dritten Ausgabe der Rilevazione multiscopo im Rahmen des Censimento permanente delle imprese veröffentlicht. Die Erhebung lief von Oktober 2025 bis März 2026 und bezieht sich auf das Jahr 2025. Erfasst wurde ein Stichprobenkollektiv von rund 265.000 Unternehmen mit mindestens drei Beschäftigten, das ein Referenzuniversum von 1.005.318 Einheiten in Industrie und Dienstleistungen (ohne Finanz- und Versicherungswesen) repräsentiert.
Nach Angaben von Istat entfällt der Großteil der erfassten Unternehmenspopulation auf sehr kleine Betriebe: 76,1 Prozent (rund 765.000 Einheiten) sind Mikrounternehmen mit 3 bis 9 Beschäftigten, 20,9 Prozent sind kleine Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten. Mittlere Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) stellen 2,6 Prozent, große Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten 0,4 Prozent (4.285 Einheiten, davon 1.788 mit mindestens 500 Beschäftigten).
Die im Erhebungsuniversum eingeschlossenen Unternehmen erwirtschaften 87,5 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, beschäftigen 73,4 Prozent aller Beschäftigten (etwa 13,8 Millionen) und 88,5 Prozent der Angestellten (etwa 12,5 Millionen). Damit bilden sie den zentralen Kern des italienischen Produktionssystems. Regional sind mehr als die Hälfte der Unternehmen im Norden angesiedelt: 28,3 Prozent im Nordwesten und 22,3 Prozent im Nordosten; 21,2 Prozent liegen im Zentrum und 28,2 Prozent im Mezzogiorno.
Die veröffentlichten Tabellen und Darstellungen sind nach Wirtschaftssektoren (Ateco 2007, Aktualisierung 2022), Beschäftigtengrößenklassen und Regionen bis hin zur Provinzebene aufgeschlüsselt. Ergänzende Datensätze in maschinenlesbarer Form stehen in der statistischen Appendix bereit. Istat kündigt zusätzliche Auswertungen über das eigene Verbreitungssystem für das erste Halbjahr 2027 an. Auf der Istat-Seite ausgewiesene ältere Jahresangaben beruhen laut Behörde auf einem technischen Fehler; maßgeblich ist das Bezugsjahr 2025.
Die heute publizierten Zahlen sind vorläufige Strukturangaben und liefern einen belastbaren Überblick über Eigentums- und Leitungsstrukturen, Personal, Produktionsverflechtungen, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Digitalisierung, Finanzierung, Internationalisierung, Spezialisierung und Nachhaltigkeit im Unternehmenssektor. Aussagen zu wirtschaftspolitischen Folgen, Arbeitsmarktwirkungen oder regionalen Förderbedarfen sind damit noch nicht verbunden und bleiben weiteren Analysen vorbehalten. Unabhängige Berichte zur Präsentation bestätigen Stichprobengröße und Erhebungszeitraum; detaillierte regionale und sektorale Befunde werden mit den nächsten Veröffentlichungen erwartet.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).