Wirtschaft

Istat legt Datenreihe zu Technologie und Produktionssystem vor

Italiens Statistikamt veröffentlicht neue Infografiken mit Kennzahlen zu Forschung, Digitalisierung und Innovation im Unternehmenssektor.

Das Istituto Nazionale di Statistica (Istat) hat am 25. September 2026 die Infografik-Reihe „La tecnologia e il sistema produttivo“ veröffentlicht. Die Zusammenstellung ordnet zentrale Indikatoren zu Forschung und Entwicklung, Digitalisierung in Unternehmen und Innovationsaktivitäten in historischen Zeitreihen und gibt aktuelle Vergleichswerte an.

Laut Istat lag die Forschungs- und Entwicklungsquote 2023 bei 1,37 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Anteil hat sich seit den 1960er Jahren deutlich erhöht, bleibt aber im europäischen Vergleich moderat. Für 2024 weist die Technologiebilanz auf der Einnahmenseite Werte von knapp unter einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus; zugleich verzeichnet Italien ein Defizit bei Patenten und Lizenzen. Die Verbreitung innovativer Tätigkeiten hat sich spürbar ausgeweitet: 55,7 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten galten im Zeitraum 2020 bis 2022 als innovativ, mit besonders hohen Anteilen in der Industrie und in großen Betrieben.

Im Digitalisierungsprozess zeigen die Daten ein gemischtes Bild. Italien liegt bei der Nutzung von Cloud-Computing und bei der elektronischen Rechnungsstellung vorne: Für 2023 meldet Istat eine Durchdringung der elektronischen Rechnungsstellung von 97,5 Prozent. Dagegen liegt das Land bei Online-Verkäufen und der Einführung von Künstlicher Intelligenz zurück, während die Nutzung von Technologien zur Datenanalyse in etwa dem Durchschnitt der Europäischen Union entspricht. Für 2025 nennt Istat zudem, dass 76,1 Prozent der Unternehmen über eine eigene Website verfügen und 57,1 Prozent der Beschäftigten vernetzte digitale Geräte im Arbeitsalltag nutzen.

Die Veröffentlichung bettet diese Befunde in langfristige Strukturtrends ein: Technologische Basiserneuerungen des 20. Jahrhunderts und die jüngste Verbreitung digitaler Plattformen haben die Produktionsweise nachhaltig verändert. Istat verweist zugleich auf strukturelle Unterschiede innerhalb Italiens: Forschungsintensität und technologische Ausstattung sind ungleich verteilt und konzentrieren sich stärker in großen Unternehmen und bestimmten Industriesparten. Das wirkt sich auf die gesamtwirtschaftliche Innovationsleistung aus.

Für Politik und Unternehmen liefern die Kennzahlen eine aktuelle Grundlage: Sie sind relevant für die Ausrichtung der Industrie- und Forschungspolitik, für die Bewertung steuerlicher Anreize und Förderprogramme wie des Piano Industria 4.0 sowie für Strategien zur digitalen Aufrüstung kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Infografiken beschreiben Entwicklungen und Zustände; weitergehende Schlussfolgerungen zu künftigen Produktivitätsgewinnen fallen nicht in den Befund von Istat und bedürften separater Analysen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk