Italien verlängert die Kontrollen an den Binnengrenzen für Einreisen aus Spanien um weitere 15 Tage bis zum 15. September 2026. Das teilte das Ministero dell'Interno am 31.
August mit. Die Entscheidung schließt an die seit dem 1. August wirksame Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengenraum an und stützt sich laut Ministerium auf aktualisierte Sicherheitsbewertungen.
Betroffen sind vor allem Flug- und Fährverbindungen zwischen Spanien und Italien. Kontrollen finden an Flughäfen und Seehäfen statt; an Landgrenzen bestehen zwischen beiden Staaten keine direkten Übergänge. Nach Darstellung des Ministeriums bleibt die Maßnahme befristet und unterliegt laufender Überprüfung.
Innenminister Matteo Piantedosi bezeichnete die Verlängerung als notwendig. Er informierte seinen spanischen Amtskollegen Fernando Grande-Marlaska über den Schritt. In Rom heißt es, die Risikolage habe sich nicht hinreichend entspannt, um die Kontrollen aufzuheben.
Nach Angaben des Ministeriums wurden die europäischen Partner sowie die EU-Kommission gemäß den einschlägigen Regeln in Kenntnis gesetzt. Rechtlich beruft sich die Regierung auf den Schengener Grenzkodex, der zeitweilige Kontrollen an den Binnengrenzen in besonderen Sicherheitslagen erlaubt, sofern sie verhältnismäßig, zielgerichtet und befristet sind. Die Verlängerung setzt die zum Monatsende auslaufende Frist fort und verschiebt eine mögliche Aufhebung in die zweite Septemberhälfte.
Ein fester Endtermin wurde nicht genannt. Aus Madrid kam im August wiederholt Kritik an der italienischen Linie; die spanische Regierung hatte die Maßnahme als unverhältnismäßig bezeichnet. In Rom wird dem entgegengehalten, die Kontrollen seien präventiv und gezielt angelegt.
Für Reisende bedeuten sie zusätzliche Dokumentenprüfungen und gegebenenfalls Wartezeiten an den Kontrollstellen. Güterverkehr über Luft- und Seewege bleibt grundsätzlich möglich; wirtschaftliche Beeinträchtigungen hängen nach derzeitiger Sicht maßgeblich vom Zuschnitt der Kontrollen ab. Das Ministero dell'Interno kündigte an, die Lage fortlaufend mit den Sicherheitsbehörden zu bewerten.
Ob und wann die Kontrollen enden, soll von künftigen Risikobefunden und der Abstimmung mit Spanien abhängen. Medienberichte, darunter von ANSA, führen die Entscheidung auf die jüngsten Bewertungen der zuständigen Stellen im Innenministerium zurück. Vor Ablauf der nun gesetzten Frist wird eine erneute Bewertung erwartet.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).