Die Provinz Imperia treibt die Prüfung einer grenzübergreifenden Wasserzufuhr aus dem Einzugsgebiet des Tanaro voran. Auslöser sind jüngste Arbeiten an der Küsteninfrastruktur und der anhaltende Bedarf, die Versorgung an der Riviera im Ponente ligure robuster zu machen. Provinzpräsident Claudio Scajola argumentiert, dass ergänzende Quellen nötig seien und eine Leitung im Gefällebetrieb weniger Energie erfordere als großflächiges Pumpen. Laut Mitteilungen der Provinz und örtlichen Berichten werden Optionen mit Piemont konkretisiert.
Kern der Debatte ist ein Überleitungsmodell, das Wasser aus dem Tanaro oder angrenzenden Becken über bestehende oder zu ertüchtigende Bauwerke an die Küste führen könnte. Die Idee geht auf Planungen der 1970er-Jahre zurück. Nach Angaben aus dem aktuellen Planungsbericht der Provinz Imperia wären heute jedoch vertiefte Machbarkeitsstudien, Umweltverträglichkeitsprüfungen und formelle Vereinbarungen zwischen Ligurien und Piemonte erforderlich, bevor Projekte in die Genehmigungsphase gehen können.
Parallel werden kurzfristige Maßnahmen an der bestehenden Infrastruktur umgesetzt. Dazu zählen die Reparatur und Verstärkung von Leitungen sowie Projekte zur Schaffung oder Erweiterung lokaler Speicher. Die Arbeiten an der sottomarinen Rohrleitung des Roja wurden nach Angaben regionaler Stellen in diesem Jahr abgeschlossen; sie sollen Engpässe mindern, ersetzen aber keine strukturelle Diversifizierung der Quellen.
Als nächster Schritt kündigte die Provinz für Oktober ein Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Regionen Ligurien und Piemonte sowie der betroffenen Provinzen an. Gegenstand sind technische Gutachten, Kostenrahmen, Zuständigkeiten und mögliche Etappen der Umsetzung. Offene Punkte betreffen insbesondere die Finanzierung, die wasserrechtlichen Genehmigungen, Prioritäten zwischen Trinkwasser- und Bewässerungsbedarf sowie die Abstimmung mit bestehenden Entnahmen im Einzugsgebiet.
Fest steht: Eine Tanaro-Zuleitung bleibt vorerst eine strategische Option. Ob sie realisiert wird, hängt von belastbaren Studien, politischen Vereinbarungen und der Klärung der Rechts- und Finanzierungsfragen ab. Bis dahin konzentriert sich Imperia auf Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Versorgung und auf die Vorbereitung der interregionalen Gespräche.
Zugeschriebene Aussagen stammen von Claudio Scajola und aus Mitteilungen der Provinz. Konkrete Bau- oder Finanzierungsbeschlüsse über die Prüfung hinaus liegen derzeit nicht vor.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).