Zehn Jahre nach dem Erdbeben vom 24. August 2016 in Mittelitalien hat der Sonderkommissar für den Wiederaufbau, Guido Castelli, eine Zwischenbilanz vorgelegt. Er spricht von „verbesserten Diensten“ in der Verwaltung des Wiederaufbaus – schnelleren Auszahlungen, klareren Zuständigkeiten und einer funktionierenden digitalen Fallsteuerung. Castelli verwies in einem Beitrag von Sky TG24 auf Fortschritte, zugleich aber auf die weiterhin hohe Zahl laufender Verfahren in den am stärksten betroffenen Gemeinden.
Als konkrete Modernisierung nennt die Kommissariatsseite den Einsatz der Plattform GE.DI.SI. zur digitalen Bearbeitung von Anträgen und Projekten. Laut den jüngsten offiziellen Mitteilungen ist die Abwicklung von Beiträgen für private Haushalte und Unternehmen beschleunigt worden; zudem werden größere Infrastrukturvorhaben, etwa an Verkehrs- und Versorgungsnetzen, schrittweise vorangetrieben. Der Wiederaufbau geht damit in eine Phase über, in der Notstandsmechanismen zurückgefahren und planbare Verwaltungsabläufe gestärkt werden sollen.
Unabhängige Prüfungen zeigen jedoch deutliche Restaufgaben. Die Nationale Antikorruptionsbehörde ANAC hat eine Auswahl öffentlicher Aufträge inspiziert und auf Mängel in Dokumentation und Kontrolle hingewiesen. Medienberichte, darunter Übersichten von ANSA, verweisen auf weiterhin zahlreiche Baustellen und auf erhebliche Unterschiede zwischen den betroffenen Regionen und Kommunen. Besonders in Amatrice, Accumoli und Arquata del Tronto – Orten, die im August 2016 nahezu vollständig zerstört wurden – bestehen noch Defizite bei Wohnraum, kommunalen Diensten und wirtschaftlicher Erholung.
Institutionell bleibt die Steuerung komplex. Der Kommissar ist bei der Presidenza del Consiglio dei Ministri angesiedelt; eng eingebunden sind die Regionen, die Bürgermeister sowie der operative Arm der Protezione Civile. Im Zuge der Normalisierung wird die Verantwortung schrittweise aus dem Ausnahmezustand in dauerhafte Verfahren überführt. Politisch gilt es, Tempo und Qualität des Wiederaufbaus in Einklang zu bringen – insbesondere dort, wo soziale Infrastruktur und lokale Wirtschaft am stärksten gelitten haben.
Fazit der Lage zum Jahrestag: Die von Castelli reklamierten Verbesserungen bei Diensten, Auszahlungen und digitalen Werkzeugen sind in offiziellen Verlautbarungen und Berichten nachvollziehbar. Gleichzeitig dokumentieren Prüfbehörden und regionale Daten die noch beträchtliche Strecke bis zur vollständigen Wiederherstellung. Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, ob die Verwaltung die beschleunigten Abläufe verstetigt und ob die Prioritätensetzung in den am schwersten getroffenen Gemeinden messbare Ergebnisse bringt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).