Kampanien

Giuditta dringt auf Tavolo politico für den Campo largo in Campania

Pasquale Giuditta von Noi di Centro fordert am 20. August 2026 einen formellen Tavolo politico, um den Campo largo in Campania nach der Sommerpause handlungsfähig zu machen und gemeinsame Kandidaturen für anstehende Kommunalwahlen abzustimmen.

Am 20. August 2026 verlangte Pasquale Giuditta, Vertreter von Noi di Centro, die kurzfristige Einberufung eines formellen Tavolo politico für die Region Campania (Kampanien). Mit dem Gremium solle der seit Monaten stockende Aufbau des Campo largo in der Region nach der Sommerpause wieder Fahrt aufnehmen und die Abstimmung gemeinsamer Kandidaturen für die kommenden Kommunalwahlen verbindlich organisiert werden.

Giuditta begründete seinen Vorstoß mit anhaltenden Reibungen innerhalb des Bündnisses. Nach seiner Darstellung beanspruche der Partito Democratico (PD) zu viel Entscheidungsmacht und verletze vor Ort abgesprochene Kooperationsprinzipien. Als Beispiel nannte er Auseinandersetzungen um Listen und Personal in der Provincia di Benevento und verwies auf die Notwendigkeit, Verfahren zur Kandidatenkür und zur Programmarbeit festzulegen, die alle Partner einschließen. Das gelte, so Giuditta, gleichermaßen für Avellino, Benevento und die übrigen Provinzen. Ziel sei es, informelle Absprachen durch klare, gemeinsam getragene Regeln zu ersetzen und so die Bündniskohärenz wiederherzustellen.

Hintergrund ist der in Italien breit diskutierte Campo largo, ein Bündnisfeld, in dem progressive Kräfte, das Movimento 5 Stelle, zivilgesellschaftliche Listen und zentristische Partner wie Noi di Centro kooperieren. In Campania wurden diese Arrangements seit 2024 mehrfach durch lokale Interessen und konkurrierende Führungsansprüche auf die Probe gestellt. In Benevento spielt dabei auch das Umfeld von Clemente Mastella eine Rolle, dessen Verhältnis zu Teilen des Zentrumslinksbündnisses wiederholt Spannungen auslöste. Die Frage, nach welchen Kriterien Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt und Programme abgestimmt werden, ist deshalb zu einem zentralen Prüfstein der Zusammenarbeit geworden.

Ein formalisierter Tavolo politico könnte die Prozesse der Kandidatenaufstellung, der Programmabstimmung und der Konfliktlösung zwischen den Parteien strukturieren. Befürworter erhoffen sich davon Klarheit über Zuständigkeiten und Zeitpläne; ohne ein solches Format drohen weitere Alleingänge einzelner Listen und ein Vertrauensverlust innerhalb des Bündnisses. Politische Beobachter verweisen darauf, dass Zersplitterung im Zentrum-links-Lager in kommunalen Urnengängen erfahrungsgemäß der Mitte-rechts-Konkurrenz nutzt. Giuditta setzt daher auf zügige Beratungen direkt nach der Sommerpause, um einen belastbaren Fahrplan für die Zusammenarbeit in Campania zu vereinbaren. Die von ihm erhobenen Vorwürfe und Forderungen sind als Positionen eines Beteiligten zu werten; eine Reaktion des PD auf den konkreten Vorschlag eines Tavolo politico lag zunächst nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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