Umwelt

Ghiacciaio dei Forni schrumpft rasant – Legambiente schlägt Alarm

Bei einer Etappe der Carovana dei Ghiacciai meldet Legambiente massiven Rückgang am Ghiacciaio dei Forni in der Lombardei. Messungen zeigen beschleunigte Ausdünnung und Frontverlagerung.

Legambiente hat am 26. August 2026 beim Halt der Carovana dei Ghiacciai im Parco Nazionale dello Stelvio Alarm zum Zustand des Ghiacciaio dei Forni ausgelöst. Der in der Alta Valtellina gelegene Gletscher in der Region Lombardei verliere derzeit deutlich an Masse und Fläche, erklärten die Umweltorganisation und beteiligte Fachstellen nach Messkampagnen vom 24. bis 26. August vor Ort.

Nach Angaben von Legambiente, gestützt von Beiträgen des Servizio Glaciologico Lombardo, der Università degli Studi di Milano und der Fondazione Glaciologica Italiana, hat sich die Gletscherzunge seit Beginn dieses Jahrhunderts um rund drei Kilometer zurückgezogen. Bei aktuellen Beobachtungen wurden an exponierten Schmelzflächen kurzfristige Ausdünnungen von bis zu zehn Zentimetern pro Tag registriert. Lokale Medien und Nachrichtenagenturen griffen die Befunde auf und ordneten sie in den längerfristigen Trend des beschleunigten Eisschwunds in den Alpen ein.

Der Ghiacciaio dei Forni gilt in mehreren wissenschaftlichen und touristischen Publikationen als der zweitgrößte Gletscher Italiens nach dem Adamello. Schon seit dem Ende der Kleinen Eiszeit verzeichnen Inventare einen kontinuierlichen Rückgang von Fläche und Volumen. Forschende führen die jüngste Beschleunigung unter anderem auf wiederholte Hitzesommer, geringe Schneereserven im Winter und veränderte Niederschlagsmuster zurück. Diese Faktoren senken die Albedo, erhöhen die Schmelzrate und begünstigen die Zersplitterung ehemaliger zusammenhängender Eisflächen.

Die Konsequenzen reichen über das Hochgebirge hinaus. Der Rückzug verändert den saisonalen Wasserhaushalt, senkt in Trockenphasen Abflussspitzen und verschiebt sie zugleich in Phasen intensiver Schmelze. In den Tälern nehmen Sedimentumlagerungen, Murgänge und Steinschlagrisiken zu; neu entstehende Gletscherseen können Instabilitäten erzeugen. Vor diesem Hintergrund plädierten Vertreter der beteiligten Institutionen für dichtere Messnetze, wiederholte Fotogrammetrie und Fernerkundung, die systematische Überwachung von Gletscherseen sowie für lokale Vulnerabilitätsanalysen, um Schutzbauten, Wegeführungen und Notfallpläne anzupassen.

Die in Stelvio präsentierten Aussagen beziehen sich auf aktuelle Beobachtungen und Messwerte der vergangenen Tage. Langfristige Trends sind durch etablierte Gletscherinventare und einschlägige Studien dokumentiert; ihre künftige Entwicklung hängt jedoch von der weiteren Erwärmung und regionalen Witterungsverläufen ab. Unabhängig von diesen Unsicherheiten bestätigt der jüngste Befund den in den Alpen weithin belegten Trend: Die Masseverluste beschleunigen sich, und die Vorboten eines tiefgreifenden Umbaus alpiner Einzugsgebiete werden in der Lombardei sichtbar.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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