Gesellschaft

Forza Italia wirbt in Milano für Perego als Bürgermeisterkandidat 2027

Parteigrößen wie Letizia Moratti und Gabriele Albertini stärken Matteo Perego di Cremnago. Koalitionsabsprachen mit Fratelli d’Italia und Lega sind noch offen.

Forza Italia treibt in Milano die Vorbereitung auf die elezioni comunali 2027 voran und positioniert Matteo Perego di Cremnago als eigenen Bewerber für das Bürgermeisteramt. In der zurückliegenden Woche wurde Perego, derzeit sottosegretario alla Difesa in der Regierung, bei einem Empfangskreis in die städtischen Wirtschafts- und Gesellschaftsnetze eingeführt. Bereits im September hatte er seine Schwerpunkte bei einer Veranstaltung der Forza-Italia-Jugend Azzurra libertà skizziert.

Prominente Fürsprecher aus dem bürgerlichen Lager flankieren die Initiative. Die frühere Bürgermeisterin Letizia Moratti wirbt laut übereinstimmenden Berichten im Unternehmerumfeld für Perego; eine gezielt besetzte cena di Moratti diente dazu, Kontakte zu Managerinnen, Managern und Investoren zu verdichten. Auch der ehemalige Mailänder Bürgermeister und frühere Europaabgeordnete Gabriele Albertini stellt sich hinter die Kandidatur und signalisiert Bereitschaft, Brücken zwischen Partei, Verwaltung und Wirtschaftsakteuren zu schlagen.

Offen ist die Einbettung in die rechte Koalition. Aus Parteienkreisen heißt es, dass weder mit Fratelli d’Italia noch mit der Lega eine endgültige Verständigung über das gemeinsame Vorgehen in Milano erreicht sei. Forza Italia setzt mit der frühen Personalie erkennbar ein Zeichen, will konservative und wirtschaftsliberale Milieus ansprechen und die Diskussion über Inhalte wie Sicherheit, Peripherien und Standortpolitik auf eine eigene Figur bündeln. Ob und in welcher Form die Partner einen gemeinsamen Kurs mittragen, bleibt Gegenstand laufender Gespräche.

Die aktuelle Beschleunigung folgt auf einen wechselhaften Sommer in der Kandidatenfrage. Zwischenzeitlich kursierten in Medien und Parteikreisen auch andere Namen, darunter der Ökonom Carlo Cottarelli, teils kombiniert mit der Idee, prominente Persönlichkeiten wie Moratti und Albertini in eine künftige Stadtregierung einzubinden. Mit der nun sichtbaren Unterstützung für Perego scheint Forza Italia jedoch eine klarere Linie zu suchen, ohne formale Entscheidungen vorwegzunehmen.

Faktisch ist damit noch keine offizielle Nominierung verbunden, und der Ausgang inner- wie zwischenparteilicher Abstimmungen ist offen. Klar ist jedoch, dass die Partei den Takt vorgibt und das Rennen um das Rathaus von Milano früh zu strukturieren versucht. Für die Koalitionspartner erhöht dies den Druck, eigene Prioritäten und Profile rechtzeitig zu benennen, um vor dem Wahljahr 2027 keine strategischen Nachteile entstehen zu lassen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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