Mailand, 23. August 2026 – Forza Italia hat den von der Stadt vorgelegten „Piano del Verde“ scharf kritisiert. Der Forza-Italia-Gemeinderat Alessandro De Chirico warf der Verwaltung am Sonntag laut Il Giorno vor, der Entwurf enthalte keine konkreten Vorkehrungen für Notbewässerung, weise keine spezifischen Haushaltsmittel aus und berücksichtige die Hitzeentwicklung bei der Artenwahl unzureichend. Er berichtet von ausgetrockneten Jungbäumen und verbrannten Rasenflächen in mehreren Parks.
Nach De Chiricos Darstellung handelt es sich um einen rund 64 Seiten starken Entwurf ohne verbindlichen Charakter. Die Formulierung sei „nicht vorschreibend und nicht normativ“ und verpflichte die Verwaltung daher zu keinen konkreten Schritten. Zudem kritisiert er die Frist für die öffentliche Konsultation: Der Entwurf sei erst am 24. Juli veröffentlicht und nur bis zum 31. August zur Stellungnahme gestellt worden – traditionell eine Ferienzeit, die die Beteiligung der Bürgerschaft erschwere.
Der Gemeinderat fordert eine Bestandsaufnahme hitzegestresster Bäume, verbindliche Zielgrößen für Neupflanzungen, ein eigenes Finanzierungskapitel mit klaren Haushaltspositionen sowie die systematische Prüfung hitzeresilienter, weniger wasserintensiver Arten. Die Kritik richtet sich gegen das aus seiner Sicht zu offene Vorgehen ohne belastbare Kenndaten zum Wasserbedarf und ohne Plan für Dürrephasen.
Adressiert sind die Vorwürfe an die Umweltstadträtin Elena Grandi, in deren Ressort der Plan fällt. Die Stadtverwaltung hebt in der vorgelegten Fassung den stadtgestalterischen Wert der gewachsenen Baum- und Artenstruktur hervor und verweist auf die laufende Konsultation. Bis zum 31. August können Anmerkungen eingereicht werden; anschließend soll der Entwurf ausgewertet und im Lichte der Eingaben weiterbearbeitet werden. Über Änderungen und Finanzierungsfragen entscheidet der Gemeinderat.
Der Streit steht vor dem Hintergrund wiederkehrender Hitzewellen und anhaltender Trockenheit. Grandi hatte Mitte August gegenüber dem Corriere della Sera erklärt, die Stadt setze in Hitzeperioden bis zu 30 Wassertanker für die Notbewässerung ein und prüfe Arten, die besser an wärmere Bedingungen angepasst sind; sie sprach von „tropischer Hitze“. Damit kreuzt sich die politische Auseinandersetzung über das Stadtgrün mit zwei Sachfragen: Wie verbindlich soll der „Piano del Verde“ gesteckt sein – und wie wird er finanziert? Die Debatte im Mailänder Gemeinderat dürfte sich deshalb auf Verbindlichkeit, Prioritäten und Budgetierung konzentrieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).