Kurzmeldung
Die exportorientierte Mode- und Lederindustrie der italienischen Region Marken steht weiterhin unter Druck. Regionale Dokumente und offizielle Statistiken belegen, dass die Exporte der Marken im ersten Quartal 2025 um 11,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurückgingen; im Vergleich zu 2015 liegt das Exportvolumen nach Angaben der Camera di commercio delle Marche und des Consiglio regionale delle Marche rund 21 Prozent niedriger. Diese Zahlen wurden in der Resoconto-Sitzung des Consiglio regionale vom 28. April 2026 genannt und stützen sich auf ISTAT-Auswertungen, die auch von regionalen Stellen veröffentlicht wurden.
Betroffen sind insbesondere die traditionellen Produktionszentren Macerata, Fermo und Civitanova Marche, wo Schuh- und Lederbetriebe wichtige Teile der lokalen Beschäftigung stellen. Lokale Verbände – darunter Vertreter von Confartigianato – berichten seit Monaten von Auftragsrückgängen, volatileren Auslandsmärkten und zusätzlichen Belastungen durch Zölle und geopolitische Unsicherheiten. Zugleich nennen sie strukturelle Schwächen: starke Konzentration auf wenige Absatzmärkte, geringe Investitionen in Produktentwicklung und Digitalisierung sowie Engpässe bei qualifizierten Fachkräften.
Arbeitsmarktseitig ist die Lage konkret: Das Ministero del Lavoro veröffentlicht seit 2026 mehrere Dekrete mit der Bewilligung von Cassa-integrazione-Maßnahmen für Unternehmen der Schuh- und Lederbranche. In den Ministeriallisten finden sich Einträge zu Betrieben in der Region, die befristete Unterstützungs- und Stabilisierungshilfen erhalten haben; diese Instrumente dämpfen akute Beschäftigungsverluste, ändern aber nicht die strukturellen Wettbewerbsprobleme.
Politik und Wirtschaft fordern daher ein zweigleisiges Vorgehen: kurzfristig zielgerichtete Liquiditäts- und Exportabsicherungen sowie flexible Arbeitsmarktinstrumente; mittelfristig Investitionen in digitale Produktion, nachhaltige Materialien, Markenaufbau und Aus- und Weiterbildung für Produktions- und Exportmanagement. Die Region hat bereits Maßnahmen und Weiterbildungsangebote angekündigt. Ob diese Initiativen die frühere Exportdynamik der Cluster in den Marken wiederherstellen können, bleibt offen; vorerst dominiert 2026 die Anpassung an internationale Unsicherheiten und die Suche nach neuer Wettbewerbsfähigkeit.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).