Wirtschaft

Eurostat: Italiens erwartete Erwerbslebensdauer bleibt EU-Schlusslicht – 33 Jahre, für Frauen 28,4

Laut aktueller Eurostat-Auswertung liegt Italien mit 33 Jahren erwarteter Erwerbslebensdauer deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 37,5; bei Frauen sind es 28,4 Jahre.

Italien bleibt bei der erwarteten Dauer des Erwerbslebens das Schlusslicht in der Europäischen Union. Nach der jüngsten Auswertung von Eurostat beläuft sich die Kennzahl für Italien auf 33,0 Jahre, während der EU-Durchschnitt 37,5 Jahre beträgt. Besonders groß ist die Lücke bei Frauen: Für Italienerinnen weist Eurostat eine erwartete Erwerbslebensdauer von 28,4 Jahren aus.

Die Kennzahl beschreibt, wie viele Jahre eine Person, die heute 15 Jahre alt ist, voraussichtlich im Erwerbsleben verbringen wird – unter der Annahme, dass sich aktuelle Erwerbsquoten und die Lebenserwartung nicht ändern. Sie ist damit kein Rückblick auf individuelle Erwerbsbiografien, sondern eine modellbasierte Erwartung, die auf amtlichen Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsdaten der Europäischen Union beruht. Eurostat setzt die Größe zur Beobachtung von Arbeits- und Sozialpolitik ein und macht Methodik und Annahmen transparent.

Der Abstand Italiens erklärt sich laut Arbeitsmarktforschung vor allem durch die im EU-Vergleich niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen, ausgeprägte regionale Disparitäten sowie häufigere Phasen von Arbeitslosigkeit oder Inaktivität in bestimmten Altersgruppen. In Norditalien liegen Beschäftigungsquoten und Vollzeitanteile deutlich höher als in Süditalien; der Mezzogiorno fällt seit Jahren bei Frauenerwerbstätigkeit, Kinderbetreuungsangeboten und formalen Beschäftigungsverhältnissen zurück. Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie eine hohe Teilzeitquote in Dienstleistungsberufen, Segmente mit befristeten Verträgen und längere Übergänge zwischen Ausbildung, Arbeit und Familienphasen.

Ökonomisch und sozial ist die Geschlechterlücke zentral: Eine kürzere Erwerbslebensdauer mindert Haushalts­einkommen, schwächt Rentenanwartschaften und verengt Karrierechancen. Für den Staat bedeutet sie ein geringeres Arbeitskräfteangebot und belastet langfristig Wachstum und öffentliche Finanzen. In Rom stehen deshalb seit Jahren Maßnahmen im Fokus, die die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen sollen – vom Ausbau der frühkindlichen Betreuung über Anreize für Vollzeitbeschäftigung bis zu regionalen Programmen zur Aktivierung am Arbeitsmarkt.

Zu beachten bleibt der statistische Charakter der Kennzahl: Steigen Erwerbsquoten – etwa durch Reformen, bessere Betreuungsinfrastruktur oder eine kräftigere Konjunktur –, erhöht sich auch die erwartete Erwerbslebensdauer. Umgekehrt drücken längere Phasen der Inaktivität oder ein Zuwachs atypischer Beschäftigung den Wert. Eurostat weist darauf hin, dass Vergleiche zwischen Ländern und über die Zeit nur im Kontext von Demografie, Institutionen und regionalen Arbeitsmarktbedingungen belastbar sind.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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