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Emilia-Romagna startet Pilotversuch: Jungkraken gegen den invasiven granchio blu

Die Region Emilia-Romagna und die Universität Bologna haben am 24. August 2026 im Adriatischen Meer einen Feldversuch begonnen: Freigesetzte Jungkraken und ein weibliches Tier sollen zeigen, ob sich Bestände der eingeschleppten Blaukrabbe (Callinectes sapidus)…

Die Region Emilia-Romagna hat am 24. August 2026 gemeinsam mit der Universität Bologna einen experimentellen Freilassungsversuch im Adriatischen Meer gestartet. Im Rahmen des Projekts Octo-Blu wurden paralarvale Stadien von Octopus vulgaris sowie ein weiblicher Oktopus vor der Küste der Region ausgesetzt. Ziel ist es, unter kontrollierten Bedingungen zu prüfen, ob natürliche Prädation durch Kraken einen Beitrag zur Eindämmung der invasiven Blaukrabbe leisten kann, die in Italien als granchio blu (Callinectes sapidus) bekannt ist.

Nach Angaben der Regionalverwaltung ist die Maßnahme zeitlich begrenzt und wissenschaftlich eng begleitet. Forschende der Universität Bologna hatten in Laborversuchen beobachtet, dass junge Kraken Blaukrabben als Beute nutzen. Im Feldversuch werden die Tiere in vorbereiteten Unterschlüpfen am Meeresboden angesiedelt; Monitoring-Teams dokumentieren Standorttreue, Beuteverhalten und mögliche Effekte auf lokale Krebsbestände. Die Auswertung der ersten Daten soll Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang eine solche biologische Kontrolle praktikabel und vertretbar ist.

Hintergrund ist die starke Verbreitung des granchio blu im oberen Adriatischen Meer, die Küstenökosysteme belastet und insbesondere die Muschel- und Miesmuschel-Fischerei wirtschaftlich trifft. Die Regionalverwaltung verweist auf Schäden in den Bereichen Cesenatico, Riccione und im Delta ferrarese. Für den Versuch werden Mittel aus dem EU-Fischereifonds Feampa eingesetzt; eine Ausweitung ist nicht beschlossen und an belastbare Ergebnisse gebunden.

Wissenschaftlerinnen und Vertreter der Fischereiwirtschaft mahnen Vorsicht an. Ungeklärt sind unter anderem die Überlebensraten der Paralarven im Freiland, mögliche trophische Verschiebungen, Auswirkungen auf Nichtzielarten und Veränderungen der Habitatstruktur. Die Universität Bologna kündigt an, standardisierte Monitoring-Protokolle anzuwenden und Ergebnisse transparent zu veröffentlichen. Kritische Stimmen fordern ergänzende Prüfungen durch unabhängige Einrichtungen, bevor über Folgeschritte entschieden wird.

Der Start des Pilotprojekts markiert einen praxisnahen Test eines potenziell ergänzenden Instruments gegen eine invasive Art. Ob die Freilassung von Jungkraken unter realen Bedingungen messbare Entlastungen für betroffene Bestände bewirkt, lässt sich erst nach Hinweisen aus den laufenden Messreihen beurteilen. Bis dahin bleibt die Maßnahme räumlich auf Küstenabschnitte der Emilia-Romagna begrenzt und auf das Adriatische Meer fokussiert.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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