Die Regione Emilia-Romagna hat ein Projekt der AUSL Romagna zur partizipativen Ausarbeitung einer Carta dei servizi für die geplante Casa della Comunità in Cesenatico in ihre Förderlinie für Beteiligungsprozesse aufgenommen. Nach Angaben der Regionalverwaltung werden in diesem Programm 45 Vorhaben in der gesamten Region unterstützt; der Gesamtetat beträgt 820.000 Euro. Für das Cesenatico-Projekt weist die Mitteilung keinen Einzelbetrag aus.
Kern des prämierten Ansatzes ist, dass Bürgerinnen und Bürger, medizinisches Personal, Kommunalverwaltung und Akteure des Dritten Sektors gemeinsam Leistungen, Zugänge und Selbstverständnis der neuen Einrichtung festlegen. Die Carta dei servizi soll Transparenz schaffen, Zuständigkeiten klären und die Kommunikation mit den Nutzenden strukturieren. Die AUSL Romagna beschreibt die Casa della Comunità als lokalen Knotenpunkt, der ambulante Versorgung, Prävention und soziale Dienste bündelt und so Wege verkürzt sowie Doppelstrukturen vermeidet.
In der Provinz Forlì-Cesena wird das Konzept bereits in mehreren Orten umgesetzt oder vorbereitet; neben Cesenatico sind unter anderem Vorhaben in Forlì, Forlimpopoli und Ravenna aufgeführt. Die Casa della Comunità ist Teil der regionalen Strategie zur Stärkung der Primärversorgung und knüpft an den national geförderten Umbau der wohnortnahen Gesundheitsdienste an. Laut Regionalverwaltung waren Ende 2025 in der Emilia-Romagna 143 von 187 geplanten Strukturen mit mindestens einem angebotenen Dienst aktiv. Diese Zahlen werden der landesweiten Ausbaulogik zugerechnet, die schrittweise zusätzliche Leistungen und Öffnungszeiten vorsieht.
Die Förderung adressiert ausdrücklich die Beteiligungsdimension: Gefordert sind nachvollziehbare Verfahren der Mitwirkung, eine klare Rollenteilung zwischen AUSL, Kommune und zivilgesellschaftlichen Partnern sowie belastbare Formate der Öffentlichkeitsarbeit. Aus Sicht der Verwaltung soll die gemeinsam erarbeitete Carta dei servizi lokalen Bedarf sichtbarer machen und Erwartungen an Erreichbarkeit, Priorisierung und Schnittstellen zu sozialen Diensten präzisieren.
Zeitpläne für Eröffnungstermine, Umfang der anfänglichen Leistungen oder bauliche Meilensteine werden in den vorliegenden Unterlagen nicht beziffert. Das weitere Vorgehen hängt damit vor allem von der Qualität der Beteiligungsprozesse und ihrer Übersetzung in Organisation und Betriebsabläufe der künftigen Casa della Comunità in Cesenatico ab. Prognosen zu möglichen Effekten – etwa auf Wartezeiten oder Inanspruchnahme – werden nicht ausgewiesen und bleiben der Evaluation nach Start der Angebote vorbehalten.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).