Veneto und Piemonte haben vor dem 1. Oktober 2026 formale Schritte eingeleitet, um ein flächendeckendes Fahrverbot für Diesel Euro 5 zu entschärfen. Beide Regionen des Po-Beckens arbeiten an aktualisierten Luftreinhalteplänen und an Paketen kompensatorischer Maßnahmen, die ein pauschales Verbot ersetzen oder dessen Wirkung begrenzen sollen. Die praktische Reichweite hängt von weiteren Beschlüssen, der rechtlichen Ausgestaltung und der fristgerechten Umsetzung ab.
In Veneto hat die Giunta eine Deliberation auf den Weg gebracht, die Fachressorts mit der Ausarbeitung von Alternativmaßnahmen beauftragt und einen technischen Ausschuss vorsieht. Ziel ist es, die strukturellen Verkehrsbeschränkungen durch geprüfte Ersatzmaßnahmen im Rahmen des regionalen Luftprogramms (PRTRA) zu ersetzen. In den amtlichen Mitteilungen wird ein Inkrafttreten zum 1. Oktober 2026 als Zielmarke genannt, vorbehaltlich der Zustimmung des Consiglio regionale und der Veröffentlichung der Detailregelungen.
Piemonte treibt parallel die Überarbeitung seines Luftqualitätsplans (PRQA) voran. Nach Angaben der Regionalverwaltung soll damit ein generelles Fahrverbot für Diesel Euro 5 vermieden und stattdessen ein Bündel gezielter Antismog-Instrumente aktiviert werden, das je nach Lage der Luftschadstoffe greift. Der Übergang in die operative Phase wurde angekündigt; konkrete Ausnahmen, Kontrollen und Anwendungszeiträume werden in den nachgeschalteten Verordnungen festgelegt.
Rechtlicher Anknüpfungspunkt ist das nationale Rahmenwerk für die Regionen des Po-Beckens, das aktualisierte Luftreinhaltepläne mit Übergangsfristen verlangt. Innerhalb dieses Rahmens können Regionen Maßnahmenbündel beschließen, die die Emissionen (insbesondere NO2 und PM10) wirksam senken, ohne zwingend ein dauerhaft flächendeckendes Fahrverbot zu verhängen. Entscheidend werden nun die endgültigen Texte der regionalen Durchführungsakte und ihre Abstimmung mit bestehenden Notfallprotokollen sein.
Im politischen Streit um die Ausrichtung der Maßnahmen kursierte eine Äußerung, wonach Emilia-Romagna „von Veneto und Piemonte lernen“ solle. Die in diesem Zusammenhang über ParmaToday zugeschriebene Formulierung von Laura Cavandoli ließ sich in offiziellen Primärkanälen nicht belegen; sie wird hier daher nicht als verifizierte Aussage wiedergegeben. Unabhängig davon bleiben die regionalen Entscheidungen für Pendler, Handwerk, kleine und mittlere Unternehmen sowie den städtischen Lieferverkehr von unmittelbarer Bedeutung. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Veneto und Piemonte ihre Alternativpakete rechtzeitig beschließen und umsetzen – und ob Emilia-Romagna eigene Anpassungen vornimmt.
Mit Blick auf den 1. Oktober 2026 ist damit weniger ein bundesweit einheitlicher Schritt zu erwarten als vielmehr ein regional differenziertes Vorgehen innerhalb der gesetzlichen Leitplanken. Klarheit bringen erst veröffentlichte Rechtsakte und amtliche Leitfäden der betroffenen Verwaltungen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).