Wirtschaft

De Molli: Italien ist Modell – in Paris werde Melonisierung des Rassemblement National gewünscht

Valerio De Molli erklärte am 2. September bei Adnkronos, Italien gelte international als Stabilitätsmodell; in Paris sei von einer „Melonisierung“ des Rassemblement National die Rede. Anlass ist das Forum Ambrosetti in Cernobbio vom 4.…

Valerio De Molli, Managing Partner und Geschäftsführer von The European House – Ambrosetti, hat Italien als internationales Stabilitätsmodell bezeichnet. In einem Interview der Adnkronos-Sendung AdnFinance vom 2. September sagte er, aus Paris sei der Wunsch nach einer „Melonisierung“ des Rassemblement National zu hören. Er ordnete die Aussagen als Teil der Erwartungen an das Forum Ambrosetti ein, das vom 4. bis 6. September in der Villa d’Este in Cernobbio stattfindet.

De Molli zufolge werde Italien derzeit „als Quelle der Inspiration und der Stabilität“ wahrgenommen. Der Begriff „Melonisierung“ bezieht sich in seiner Darstellung auf eine Strategie, die er mit dem Auftreten von Giorgia Meloni verbindet: institutioneller Ton, klarer atlantischer Kurs, Haushaltsdisziplin und die Fähigkeit, eine heterogene Regierungsmehrheit zusammenzuhalten. Als Bezugspunkt in Frankreich nannte er den Rassemblement National, dessen Vorsitzender Jordan Bardella ist. Die Einschätzung ist eine zugeschriebene Bewertung De Mollis; eine offizielle Position französischer Institutionen liegt nicht vor.

Das Forum Ambrosetti gilt in Italien als eine jährliche Schaltstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Laut Ankündigungen von The European House – Ambrosetti stehen in diesem Jahr geopolitische Risiken, Energie- und Industriepolitik, Wettbewerbsfähigkeit und die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen im Mittelpunkt. Aus Sicht De Mollis biete die derzeitige Regierungsführung in Rom internationalen Gesprächspartnern eine planbare Linie, was für Investitionsentscheidungen relevant sei. Er begründete damit das wachsende Auslandsinteresse an den Cernobbio-Debatten.

Gleichzeitig ist De Mollis Diagnose umstritten. Kritiker verweisen auf schwaches Wachstum in Teilen der Eurozone, strukturelle Produktivitätsprobleme und die Anfälligkeit Italiens für Zins- und Energiepreisschocks. Diese Punkte werden nach Veranstalterangaben ebenfalls auf dem Forum Ambrosetti diskutiert. Ob sich Elemente einer „Melonisierung“ tatsächlich auf Parteien in anderen Ländern übertragen lassen, ist eine offene Frage, die in Paris innenpolitisch kontrovers bewertet wird.

Fakt ist: Das Forum Ambrosetti setzt zum Wochenauftakt der politischen und wirtschaftlichen Herbstagenda in Italien einen markanten Akzent. Die von De Molli skizzierten Erwartungen an Stabilität und Berechenbarkeit rahmen die diesjährigen Debatten – ihre Tragfähigkeit dürfte sich an konkreten Beschlüssen in Haushaltspolitik, Standortfragen und europäischer Koordinierung messen lassen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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