Am 5. September 2026 findet in Cusano Mutri (Provinz Benevento, Region Kampanien) eine nationale Fachtagung zur Wildschweinregulierung und zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (italienisch: Peste suina africana) statt. Vertreter regionaler Verwaltungen, des Ministero della Salute, universitärer Veterinär- und Umweltwissenschaften sowie kommunaler Akteure wollen Erfahrungen bündeln und Vorschläge für die nächsten Jahre vorlegen. Die Veranstaltung wurde am 30. August 2026 lokal angekündigt.
Politischer und fachlicher Rahmen ist die in der Gazzetta Ufficiale veröffentlichte Ordinanza vom 4. Februar 2026, die den Piano di azione nazionale für 2026 bis 2028 in Kraft gesetzt hat. Das Programm sieht vor, die Dichte von Wildschweinen in definierten Gebieten zu senken, Kadaverfunde einheitlich zu dokumentieren und zu entsorgen sowie die Biosicherheit in Beständen der Schweinehaltung zu erhöhen. Ziel ist es, die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in bislang freie Regionen zu verhindern.
In Cusano Mutri sollen Ergebnisse aus 25 Jahren Managementpraxis verglichen werden. Geplant sind Beiträge zu Dichtezielen, Standards für Monitoring und Diagnostik, zu Zuständigkeiten zwischen Staat, Regionen und Kommunen sowie zu Finanzierungswegen für regionale Maßnahmen. Aus den Universitäten werden veterinärmedizinische und ökologische Befunde erwartet, etwa zu Populationsdynamik des cinghiale, zur Wirksamkeit unterschiedlicher Fang- und Bejagungsmethoden und zu Risiken für Hausschweinbestände.
Die Interessenlage ist heterogen: Landwirtschaft und Schweinewirtschaft drängen auf zügige Bestandsreduktionen, um Seuchen- und Ernteschäden zu begrenzen. Naturschutzverbände verweisen auf den Schutz sensibler Lebensräume und fordern belastbare Umweltverträglichkeitsprüfungen. Jagd- und Forstverwaltungen pochen auf praktikable Regeln für das Gelände, einschließlich klarer Sicherheits- und Meldepflichten. Strittig bleiben in vielen Regionen die Zielwerte für Bestandsdichten und die Abgrenzung von Kernzonen mit strikteren Eingriffen.
Unabhängig vom Ausgang der Tagung ist die Rechtslage eindeutig: Die einschlägigen Vorgaben des Ministero della Salute gelten landesweit und schreiben ein koordiniertes Vorgehen vor. Für die Umsetzung entscheidend sind verlässliche Daten aus dem Feld, zügige Laborkapazitäten und die lückenlose Nachverfolgung von Tierkörpern. Die Tagung in Benevento soll hierzu praktikable Standards und Prioritäten benennen und so die Anwendung des Piano di azione nazionale im Zeitraum 2026 bis 2028 konkretisieren.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).