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Consiglio di Stato stärkt Spielraum der Regionen bei Jagdkalendern – Reaktionen aus der Lombardei

Italiens Consiglio di Stato hat den Ermessensspielraum der Regionen bei Jagdkalendern bekräftigt und Entscheidungen der Region Marken bestätigt. Aus der Lombardei begrüßte Agrarassessor Alessandro Beduschi die Linie als rechtliche Klarstellung.

Italiens oberstes Verwaltungsgericht, der Consiglio di Stato, hat Ende August 2026 den Ermessensspielraum der Regionen bei den Jagdkalendern präzisiert. In einem Beschluss zum Jagdkalender der Region Marken (Saison 2025/2026) hob das Gericht zuvor vom TAR verfügte Einschränkungen auf und bestätigte die von der Regione Marche beschlossenen Schließungstermine, darunter die Jagd bis zum 31. Januar auf Drosseln (Turdidi) und Waldschnepfe. Damit stärkt das Gericht die Möglichkeit regionaler Differenzierungen, sofern diese fachlich belegt sind.

Die Entscheidung erging im Rahmen eines Rechtsmittels gegen eine erstinstanzliche Anordnung des Tribunale Amministrativo Regionale (TAR). Als höchste Instanz der Verwaltungsgerichtsbarkeit setzt der Consiglio di Stato einen Maßstab für die gerichtliche Kontrolle: Die Bewertung komplexer wildbiologischer und forstlicher Fragen liegt primär bei den zuständigen Regionalverwaltungen, Gerichte prüfen vorrangig Rechtsfehler und methodische Mängel, nicht die Zweckmäßigkeit fachlicher Einschätzungen. Wo wissenschaftliche Daten, technische Gutachten und eine dokumentierte Abwägung die Regelungen tragen, verbleibt den Regionen ein weiter Gestaltungsspielraum innerhalb des geltenden Jagd- und Artenschutzrechts.

Reaktionen kamen umgehend aus den Regionen und Verbänden. Der Landwirtschaftsassessor der Lombardei, Alessandro Beduschi, sprach von einer Klarstellung zugunsten nachvollziehbar begründeter Entscheidungen und verwies auf die Praxis, Jagdregelungen auf Basis von Daten und Gutachten festzulegen. Die Federazione Italiana della Caccia wertete das Urteil als Bestätigung regionaler Planungsautonomie. Vertreter der Regione Marche bezeichneten den Ausgang als Anerkennung der Arbeit des wissenschaftlichen Komitees.

Praktisch bedeutet das Urteil, dass die Regionen bei abweichenden Öffnungs- und Schließungsfristen mehr Rechtssicherheit haben, zugleich aber höhere Anforderungen an die Qualität der Begründungen erfüllen müssen. Es stärkt damit Verfahren, in denen populationsökologische Entwicklungen und regionale Besonderheiten transparent hergeleitet und dokumentiert sind. Für laufende und künftige Streitfälle deutet die Linie des Consiglio di Stato auf eine schärfere Trennlinie zwischen rechtlicher Kontrolle und fachlicher Bewertung hin; sie verändert die Jagdkalender anderer Regionen nicht automatisch, verweist aber auf die Notwendigkeit belastbarer Entscheidungsgrundlagen. Politische Forderungen nach einer Überarbeitung der nationalen Jagdvorschriften wurden erneut erhoben; konkrete Gesetzesinitiativen liegen derzeit nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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