Der italienische Verbraucherverband Codacons hat am 5. September 2026 seine aktuelle Auswertung zu Detailpreisen in Großstädten vorgelegt und bestätigt Mailand als teuerste Stadt des Landes. Für einen festgelegten Waren- und Dienstleistungskorb errechnete Codacons in Mailand Gesamtausgaben von knapp 693 Euro, während Neapel mit rund 402 Euro am günstigsten bleibt. Das entspricht einer Differenz von etwa 42 Prozent zugunsten Neapels. Grundlage sind Daten des Osservatorio prezzi beim Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT), aktualisiert bis Juni 2026.
Die größten Unterschiede zeigen sich dem Bericht zufolge bei Dienstleistungen. Für den betrachteten Serviceanteil veranschlagt die Studie in Mailand circa 491 Euro, in Neapel etwa 262 Euro. Auch bei Lebensmitteln liegen die ermittelten Beträge in Städten des Nordens deutlich über denen im Süden. Codacons ordnet das Ergebnis in ein anhaltendes Nord‑Süd‑Gefälle ein und spricht von einer „geteilten“ Ökonomie, in der höhere Preise in Metropolen wie Mailand und weiteren norditalienischen Zentren niedrigeren Niveaus in mehreren Südstädten gegenüberstehen.
Methodisch handelt es sich um einen Preisvergleich für einen eng definierten Korb aus 33 Positionen, davon 20 Lebensmittel und 13 Dienstleistungen. Berücksichtigt werden typische Ausgabenposten wie Verzehr außer Haus, Friseurbesuch, zahnärztliche Leistungen oder Tierpflege. Wohnkosten wie Mieten oder Hypotheken sind nicht Bestandteil des Korbs. Der Index bildet damit relative Preisunterschiede ab, ohne Kaufkraft, Mietdruck oder Lebensqualität vollständig zu erfassen.
Die angegebenen Beträge und die daraus abgeleitete Spanne stammen aus der Codacons‑Berechnung auf Basis der MIMIT‑Preisdaten bis Juni 2026. Medienberichte fassen die Differenz teils zu „rund 40 Prozent“ zusammen; die im Bericht genannten Summen ergeben rechnerisch etwa 42 Prozent. Aussagen zu „Lebenshaltungskosten“ sind stets auf den verwendeten Warenkorb bezogen und nicht mit umfassenden Lebenshaltungskostenstatistiken gleichzusetzen.
Ökonomisch relevant sind die Befunde, weil sie unterschiedliche Erschwinglichkeitsprofile zwischen Städten verdeutlichen. Sie können Lohnforderungen, Standortentscheidungen und Pendlerbewegungen beeinflussen – insbesondere in Regionen mit angespanntem Dienstleistungs- und Gastronomiegewerbe. Für Verbraucher liefern die Werte eine Orientierung über Preisniveaus, ersetzen jedoch keine individuellen Haushaltsrechnungen. Für die Politik markieren sie Handlungsfelder bei kommunalen Gebühren, lokalen Dienstleistungen und Preisaufsicht, die MIMIT über das Osservatorio prezzi beobachtet.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).