Die Gewerkschaft Cgil Roma e Lazio hat die Region Lazio aufgefordert, die Hitzeschutz-Verordnung über den 15. September 2026 hinaus zu verlängern und wirksamer auszugestalten. Der Vorstoß wurde am 31. August bekanntgegeben und mit zahlreichen als „hoch“ eingestuften Hitzetagen sowie Hinweisen auf Verstöße und fehlende Begleitmaßnahmen für Beschäftigte im Freien begründet.
Die derzeit geltende Verordnung (italienisch ordinanza caldo) wurde am 22. Mai 2026 von Regionspräsident Francesco Rocca unterzeichnet und am 26. Mai im Bollettino Ufficiale veröffentlicht. Sie untersagt an Tagen mit „hohem“ Risiko definierte Außenarbeiten in der Zeit von 12:30 bis 16:00 Uhr. Betroffen sind insbesondere Landwirtschaft und Florovivaismo, Bau- und Steinbrucharbeiten sowie Teile der Logistik und Zustelldienste. Grundlage für die tägliche Risikostufe ist die Karte der Plattform Worklimate. Die Befristung läuft offiziell bis 15. September 2026.
Cgil Roma e Lazio verweist auf eigene Auswertungen, wonach seit Inkrafttreten in Teilen der Region 77 Tage mit hoher Gefährdung registriert wurden. Die Gewerkschaft kritisiert, die Regelung bleibe ohne ergänzende, verbindliche Instrumente unzureichend. Sie verlangt neben der zeitlichen Verlängerung eine Ausweitung auf weitere exponierte Tätigkeiten, engmaschige Kontrollen, klare Ausfallentschädigungen und präventive Maßnahmen inklusive Schulungen und Informationsangeboten. Als niedrigschwellige Hilfe nennt die Cgil den Meldedienst und die Hotline numero verde 800772322 für Betroffene.
Die Regionalverwaltung hatte im Frühsommer zusätzliche Hinweise und ein Monitoring angekündigt sowie Gespräche mit den Sozialpartnern in Aussicht gestellt. Ob die Region Lazio die Verordnung verlängert oder anpasst, war zunächst offen. Ein förmlicher Beschluss lag bis zum Stichtag der Gewerkschaftsforderung nicht vor. In Rom und anderen Teilen der Region meldeten Verbände und Dienste wiederholt Probleme bei der Umsetzung, etwa unklare Zuständigkeiten vor Ort und Lücken bei der Kontrolle.
Rechtlich stützt sich die Maßnahme auf die Zuständigkeit der Region im Bereich Gesundheitsschutz. Der Verordnungstext und spätere Ergänzungen sind im Bollettino Ufficiale dokumentiert. Die Forderung der Cgil bezieht sich ausdrücklich auf eine Verlängerung über den 15. September 2026 hinaus sowie auf eine dauerhafte, planbare Schutzstrategie für Beschäftigte im Freien. Ob und in welcher Form die Region reagiert, hängt von den anstehenden Verwaltungsentscheidungen und dem Gespräch mit den Sozialpartnern ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).